Nebel in Chur und Umgebung – ja, das gibt es
Ohne eine Doktorarbeit zu verfassen: Nebel ist nicht gleich Nebel. Bodennebel ist jener Nebel, der Autolenkende zum Einstellen des Nebelscheinwerfers zwingt. Es ist ein dichter Nebel, der – wie es der Name sagt – am Boden «aufliegt». Innerhalb dieses Nebels ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, weshalb man nicht selten nasse Haare bei einem Spaziergang bekommt. Nennen wir diesen Nebel der einfachheitshalber den «Züri-Nebel». Diesen gebe es bei uns in Graubünden tatsächlich nur selten, wie Klaus Marquardt von MeteoNews bestätigt. Das Gefühl täuscht also nicht.
Auf die Frage, wie das statistisch denn aussehe, meint Marquardt, dass dies nicht ganz einfach zu definieren sei. Da die meisten Wettermessungen elektronisch geschehen, sei es für die Meteorologinnen und Meteorologen nicht immer möglich zu wissen, ob es sich bei einer Anzeige von hoher Luftfeuchtigkeit nun um Nebel oder bereits um Regen handle. Um dies festhalten zu können, müsste die Statistik auf Beobachten basieren, wobei solche Posten rar seien.
Wie auch immer: «Züri-Nebel» ist und bleibt für uns Bündner eine Spezialität. Aber: Dass es in Graubünden grundsätzlich keinen Nebel gibt, stimmt nicht.
Zürich- und Bodensee sind schuld
Was wir dieser Tage im Bündner Rheintal sowie in den angrenzenden Tälern teilweise oder ganz zu sehen bekommen, ist Hochnebel. Dieser beginnt nicht, wie der «Züri-Nebel» am Boden, sondern erst in 10 bis 100 Metern über Meer. Und er kriecht gleich aus zwei Richtungen zu uns: einmal vom Bodensee her via St. Galler Rheintal, das andere Mal von der Linthebene her via Walensee und Sarganserland. Die Region um Landquart bekommt daher auch immer zuerst den Hochnebel ab, während es zum Beispiel in Chur noch für ein paar Stunden sonnig sein kann.