System mit wenig Erfolg in Graubünden
Im ersten Jahr nach Einführung sind den RAV eine Vielzahl von Stellen gemeldet worden, wie ein Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigt. Die Anzahl gemeldeter Stellen habe unmittelbar nach Inkrafttreten der Stellenmeldepflicht markant zugenommen und sich seither auf einem hohen Niveau stabilisiert, schreibt das Seco in dem am Freitag veröffentlichten Bericht. Insgesamt seien rund 200'000 meldepflichtige Stellen bei den RAV eingegangen.
Das Konzept der Stellenmeldepflicht wurde von der Politik im Zuge der Umsetzung des «Inländervorrangs light» entworfen, den das Parlament nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative beschlossen hatte. Dies mit dem Ziel, das inländische Potenzial besser auszuschöpfen.
Graubünden: Viele Stellen aber wenig Besetzungen
Im Kanton Graubünden wurden seit der Einführung der Stellenmeldepflicht sehr viele Stellen gemeldet. Dies habe damit zu tun, dass es im Tourismus und im Baugewerbe sehr viele Saisonstellen gibt, wie Paul Schwendener, Vorsteher vom Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, gegenüber Radio Südostschweiz sagt. Trotzdem können von den ausgeschriebenen Stellen nur 4 Prozent der Stellen vom RAV besetzt werden – der Schweizer Schnitt liegt bei 8 Prozent. «Sowohl Bauunternehmen und Touristiker haben ihre langjährigen Saisonarbeiter, die gute Arbeit leisten. Die Stellen müssen zwar gemeldet werden, sie sind aber an und für sich bereits besetzt», sagt Schwendener zum Bündner Prozentanteil. Aus diesem Grund habe das RAV gar keine Chance, die Arbeitslosen zu platzieren. «Wir gehen davon aus, dass bei uns im Kanton Graubünden in etwa 90 Prozent der Stellenmeldungen nur Proformameldungen sind», ergänzt er.