Porta Miseria: Wie war das nochmal mit dem Superdome?
«Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen», sagte der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt. Nun, geht es nach Schmidt, müsste Graubünden für einen angehenden Arzt das perfekte Pflaster sein, um ordentlich Kasse zu machen. Willkommen bei einer Aufzählung ausgesprochener Träume, die (wohl) immer Utopie bleiben werden.
Der Superdome
Die Meldung der «Südostschweiz» im Mai 2001 hört sich wie ein 1.-April-Scherz an - ist aber keiner. Eine Investorengruppe plant auf dem Churer Rossboden den Bau einer über 100 Millionen Franken teuren multifunktionalen Arena. Vorbild soll der Louisiana Superdome in New Orleans (USA) sein.
Ein halbes Jahr später tritt erstmals ein Churer Rechtsanwalt als Drahtzieher in die Öffentlichkeit. Der Superdome ist bereits Geschichte. Jetzt ist die Rede von der «Khur Arena». Kostenpunkt: 150 Millionen Franken. Bei der Ringstrasse steht jetzt das perfekte Areal. Die Sport- und Kulturstätte soll nicht vieles bieten. Und das ist durchaus ironisch gemeint. Denn die «Khur Arena» ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Stadien. Sie soll eine multifunktionelle Sport- und Kulturstätte sein, in der Eishockeyspiele, Musikkonzerte, Opern und Kongresse stattfinden können. Und: Sie soll virtuelle Welten, neuste Unterhaltungselektronik sowie ein Multiplexxkino, Bars, Cafés und Restaurants und ein 5-Sterne-Hotel mit Wellnesscenter enthalten.
Der Churer Stadtrat um Präsident Christian Boner stellt sich dem Projekt «grundsätzlich positiv» gegenüber. Die Vorgaben sind aber immens. Der zeitliche Ablauf wird zum Problem. Laut dem Churer Rechtsanwalt ist fraglich, ob die aus der Versicherungsbranche stammenden Investoren mitmachen, wenn der Bau möglicherweise erst 2008 fertig ist.