Mutiges und Magisches auf Maria Bildstein
von Gabi Corvi
Was die Premierengäste am letzten Freitagabend in Benken zuerst zu Gesicht bekamen, war die riesige Tribüne mit Dach, die rund 700 Zuschauern während 16 Aufführungen eine Theaterloge bieten wird. Vor der Wallfahrtskirche, auf der Bühne des Festspiels, begrüssten Produktionsleiter Willy Hollenstein und Maria-Bildstein-Stiftungsratspräsident Dölf Widmer die zahlreichen Gäste, die von überall her auf Maria Bildstein gekommen waren.
Die Vorfreude stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Es war die Gleiche, die schon vor eineinhalb Jahren bei der ersten Information zum geplanten Jubiläumsspiel im «Rössli»-Saal in Benken die interessierten Laienspieler, das Dorf und die ganze Region erfasst hatte.
Und nun war der «Tag X» da. Nach dem Gala-Dinner unter der Ägide der Bürgermusik Benken hiess es: Plätze einnehmen. Mit dem Einsetzen der gefühlvollen und lebendigen Musik von Dany Nussbaumer war man augenblicklich vom Theaterzauber im Wald erfasst.
Mit grosser Kelle und feiner Antenne
Die Eröffnungsszene wirkte vertraut. Menschen strömten zum Gottesdienst, Wanderer marschierten durch den Wald, Velofahrer überquerten den Platz, und eine Dame führte ihren Hund Gassi.
Und doch war alles feierlicher als sonst. Der Bischof war angekündigt, denn auf Maria Bildstein wurde ein Jubiläum gefeiert. In die Szenerie platzten schliesslich Lewis (Nicola Graf) und Miriam (Laura Farisè) mit ihrer knatternden Honda. Das Pärchen hatte sich vernavigiert und diese «Location mit den Extra-Vibes» war nur zufällig ihr Ziel.
Als der Macho mit Motorrad seiner Freundin ein Medaillon vom Flohmarkt schenkte, schien das Glück perfekt. Miriam – aramäisch für Maria – nutzte die Gunst der Stunde, um ihrem Freund zu eröffnen, dass sie ein Kind von ihm erwarte. Lewis wandte sich jedoch geschockt ab. Zum Glück war Schwester Maria Theresia (Claudia Rickenmann) da. Sie fing die verzweifelte junge Frau auf und begann, von Maria Bildstein zu erzählen.