Junge Schauspielerin aus Rapperswil startet durch
von Elvira Jäger
Sie sitzt aufrecht, spricht laut und deutlich, sucht den Augenkontakt mit ihrem Gegenüber. Ailin Nolmans hat einen anstrengenden Probentag und eine längere Bahnfahrt hinter sich, als sie zum Treffen erscheint. Doch von Müdigkeit oder Unkonzentriertheit keine Spur. «Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein und fühle mich in diesem Beruf ausgesprochen wohl», sagt sie.
Shakespeares Magie
Im Juni hat sie die Schauspielschule in Zürich abgeschlossen, und schon Mitte Juli konnte man Nolmans in der Shakespeare-Verwechslungskomödie «Was ihr wollt» des renommierten Turbine-Theaters sehen. In der Freilichtaufführung im Sihlwald spielte sie neben Fernsehfrau Susanne Kunz und Patrick Frey die Viola. Eine tragende Rolle, nachdem die Jungschauspielerin schon ein Jahr zuvor im Stück «In 80 Tagen um die Welt» nach Jules Verne einen kleineren Auftritt hatte.
Zu Shakespeare fühle sie sich enorm hingezogen, verrät Nolmans und nennt die Sprache, aber auch die Magie in den Stücken als Gründe für ihre Faszination. Die junge Schauspielerin lebt in Rapperswil, wo sie auch aufgewachsen ist. Als sie sechs Jahre alt war, trat sie in die Ballettschule Lambert ein, bewegte sich später mehr Richtung modernen Tanz und sagt heute: «Das Bewusstsein für Bewegung hilft mir als Schauspielerin enorm.»
Ab Ende September ist Nolmans in einem weiteren Shakespeare-Stück zu sehen: «Liebes Leid und Lust» ist eine eher selten gespielte Verwechslungs- und Verwirrungskomödie um drei Männer, die einen Eid schwören, drei Jahre lang ein gesittetes Leben ohne Frauen zu führen. Nolmans spielt darin eine Prinzessin, die mit zwei Gefährtinnen den Plan fasst, diesen Eid aufzumischen. Das Stück ist die neuste Produktion des Winterthurer Theaters Ariane, gegründet und geleitet von Jordi Vilardaga, dem langjährigen Leiter des Theaters Kanton Zürich. Premiere ist in Visp, danach folgt eine Tournee durch verschiedene Schweizer Städte.