Gebraut aus Bio-Gerste und mit viel Handarbeit
An den Flaschenhals kommt das Markenzeichen des Tschliner Biers in Handarbeit: Denn die Bergbrauerei hat schlicht keine Maschine, die in der Lage ist, das auffällige Fähnchen mit dem aufgestempelten Haltbarkeitsdatum anzuheften. Also bringt das Brauereiteam die Minifahne händisch mit dem Bostitch an jede Bierflasche an. Das gibt reichlich Arbeit – immerhin spuckt die Abfüllmaschine 2000 Bierflaschen pro Stunde aus. Aber das Fähnchen von den Flaschen zu verbannen, ist keine Option. «Es ist unser Erkennungsmerkmal», sagt Reto Rauch, Geschäftsführer der Bieraria Tschlin. «Damit sticht unser Bier überall heraus.»
Rund 1500 Hektoliter Gerstensaft hat die Bieraria im vergangenen Jahr gebraut. Dafür hat das fünfköpfige Team 20 Tonnen hellen Bio-Gerstenmalz von Gran Alpin verarbeitet, dazu fünf Tonnen dunklen Malz sowie rund vier Tonnen Weizen. An manchen Tagen kochen Braumeister Christian Schneider und Stefan Seidl im voll automatisierten Sudhaus zwei Sude pro Tag à je 1000 Liter.
Edelweiss in der Flasche
Den Löwenanteil des Umsatzes bestreiten die drei Klassiker der Brauerei – das helle Tschlin cler, das Weizen und das Tschlin Ambra. Daneben kann es sich die Kleinbrauerei aber auch leisten, für Kunden Spezialfüllungen zu brauen oder für bestimmte Anlässe mit einem exquisiten Bier aufzuwarten, etwa mit einem Jägerbier im Herbst. Und als jüngsten Coup lanciert der Betrieb das Edelweiss-Bier Alvetern, versetzt mit biologisch produzierten Edelweissblüten von Kräuterkönig Reto Raselli aus dem Puschlav. Als Nebenprodukte lässt die Brauerei überdies einen Single-Malt-Whiskey brennen sowie Bierbrand, Gin und Hopfenschnaps.
Bier für die Schweizer Botschaft
«Wir haben das erste Weizenbier mit Weizenmalz aus Graubünden auf den Markt gebracht», sagt Rauch nicht ohne Stolz. Und auch sonst wird bei den Zutaten nicht nur auf bio, sondern auch auf Lokales gesetzt. So kommt die Gerste vom Engadin und vom Heinzenberg und im Spezialbier Doppelbock hats Tschliner Honig. «Wir sind die regionalste Brauerei der Schweiz», schätzt Bieraria-Geschäftsführer Reto Rauch.