Es weht ein anderer Dorfspirit
«Früher trafen sich die Menschen auf den Strassen und tauschten sich über ihr Leben, ihre Wünsche und Anliegen aus. Heute zucken alle das Handy und die Kommunikation findet nicht statt». So kommentiert die Gemeindepräsidentin von Haldenstein, Gerda Wissmeier, die Situation im 1000-Seelendorf.
Hoffnung schürt nun der digitale Dorfplatz – eine Webseite, welche seit rund einer Woche online ist und das Zusammenleben in Haldenstein ankurbeln soll. Für Wissmeier ist es zugleich überraschend wie auch interessant, was bislang auf der Plattform erschienen ist. So habe eine neu zugezogene Frau jemanden gesucht, der mit ihr spazieren geht, ein weiterer wollte sein Bienenhaus verkaufen und ein anderer suchte auf der Plattform einen Anhänger für den Umzug. «Ich bin überzeugt, dass es bei den Menschen nicht am Engagement fehlt, zu helfen – es findet einfach anders statt», so Wissmeier.
Den Dorfplatz gibt es auch als App
Ebenfalls getrieben von dieser Idee, die lokale Vernetzung im Dorf zu verbessern, sind die Gemeinden Zernez und Surses. Die Oberengadiner Gemeinde führt den digitalen Dorfplatz heute Freitag offiziell ein – in der Praxis besteht die Webseite bereits seit Mitte Januar und verzeichnet schon über 100 Mitglieder. Nebst Vereinen, Einheimischen und Institutionen nutzt bald auch der Tourismus und die Gemeinde diesen Kanal. Dank der App ist es zudem möglich, in Echtzeit zu kommunizieren und Push-Benachrichtigungen über die neusten Geschehnisse zu versenden.
Facebook war gestern - Haldenstein führt digitalen Dorfplatz ein