Ein Hochzeitspaar wie aus einem Bollywood-Film
Akash Ambani, der Sohn des reichsten Mannes Asiens, heiratet – und er hat St. Moritz als Austragungsort für seine Pre-Wedding-Party gewählt. Doch nicht diese an sich erfreuliche Nachricht ist in St. Moritz gerade in aller Munde. Ob am White Turf oder beim Après Ski – Diskussionsthema Nr. 1 war am vergangenen Wochenende die Kritik an die Adresse der Gemeinde. Die «Engadiner Post» titelte am Samstag «Diskretion ist oberstes Gebot». Die Lokalzeitung kritisierte in ihrem Leitartikel und in einem Kommentar die mangelnde Kommunikation im Bezug auf den Anlass mit über 800 indischen Gästen, welcher vom 23. bis 25. Februar angrenzend an ein Wohngebiet in St. Moritz Bad stattfindet.
Extravaganz leben
Das imposante Festzelt auf der sogenannten «Zirkuswiese» steht bereits. Drei Tage lang soll die Riesenfete dauern – sehr zum Unmut einiger Anwohner. Gemeindepräsident Christian Jott Jenny hat in den vergangenen Tagen mehrere Mails von aufgebrachten Bürgern erhalten. So schreibt der Verwalter einer Stockwerkeigentümerschaft: «Mit genügend Geld kann man offensichtlich öffentlichen Grund in allerbester Lage für eine private Feier ‘kaufen’.»
Für Jenny sind solche Vorwürfe unhaltbar. Es gebe einen übergeordneten Grund, warum diese private Feier auf Gemeindegrund genehmigt wurde. «St. Moritz ist ein Ort, welcher traditionell immer wieder solche exklusiven Anlässe ermöglicht hat. Am Schluss bringen solche Events den Ort weiter», sagt er. Selbstverständlich genehmige die Gemeinde nur Events, welche im gesetzlichen Rahmen möglich sind. «Ich habe Verständnis für jemanden, der nebenan eine Wohnung hat und sich wegen der Immissionen sorgt», räumt Jenny ein. Dennoch könne nicht ausser Acht gelassen werden, dass St. Moritz gerade auch von schillernden Events lebe. «Unsere Positionierung für St. Moritz lautet ‘extravagant’, also müssen wir auch extravagant sein», sagt der Gemeindepräsident.