Die KV-Lehre könnte ganz schön anders werden
Die kaufmännische Ausbildung bei den zwei Grossbanken im Kanton Zürich wird umstrukturiert – zumindest so lange, wie das Pilotprojekt läuft. Insgesamt zwölf Lernende pro Grossbank sind mit von der Partie und absolvieren ihre Lehre im sogenannten «5-1-1 Modell», wie der Tagesanzeiger schreibt. Analog zum Namen bedeutet dies für die Lehrlinge, dass sie im ersten Jahr während fünf Tagen in der Schule sitzen, im zweiten und im dritten Lehrjahr nur noch einen Tag pro Woche büffeln. Gesamthaft wird bei der Anzahl Schultagen jedoch nicht gerüttelt. Auch der Schulstoff selbst – wie Mathematik, Sprachen und Informatik bleibt gleich, heisst es weiter.
Projekt stösst auf Interesse
Ein grösserer schulischer Rucksack und eine grössere Präsenz am Arbeitsplatz in den darauffolgenden Lehrjahren könnten für Lernende und Arbeitgeber von Vorteil sein. Zumindest dann, wenn die Lernenden dadurch anspruchsvollere Aufgaben übernehmen können. Für Mathias Schneider, welcher seit 16 Jahren Berater im Nachwuchs der Graubündner Kantonalbank ist, klingt das Projekt daher spannend, wie es auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» heisst. «Der Qualitätsanspruch ist gestiegen und es ist nicht gerecht, die Lehrlinge einfach irgendwo einzusetzen, wo sie noch etwas ausrichten können.» Trotzdem blickt Schneider auch kritisch auf das Modell, welches den Fokus im ersten Lehrjahr rein auf die Schule legt. Für ihn ist ein Praxisbezug immer noch wichtig und es werde wahrscheinlich schwierig abzuwägen, wie viel das nötig sei. «Es kann auch sein, dass es nicht leicht wird, den schulischen Teil des ersten Lehrjahrs im Betrieb nachhaltig zu integrieren. Ich kann es zurzeit nicht gut beurteilen und bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.»