Das Konzert der Cellistenfamilie Cuonz
von Alexandra Bärtsch
Wenn zweijährige Kinder mit Bauklötzen spielen, bauen sie normalerweise Türme. Flurin Cuonz (32-jährig) versuchte damit Cello zu spielen. Da Vater Reto (63) zu Hause übte, wurde Flurin die Musik regelrecht in die Wiege gelegt. Der Cellist, Dirigent und Musikschullehrer fand aber zusammen mit seiner Frau, dass es noch zu früh für die ersten Unterrichtsstunden sei. «Ich musste mich mit dem Sandkasten begnügen. Das war auch nicht schlecht», meint Flurin Cuonz schmunzelnd. Denn das führte nicht dazu, dass ihm die Lust auf die Musik verging. Im Gegenteil. Mit acht Jahren hatte er dann endlich die ersten Cellostunden und widmete sich später beruflich der Musik. Der Profimusiker glänzte an Musikwettbewerben und ist heute unter anderem Aushilfe beim Zürcher Tonhallenorchester.
Als Solist wird er am 25. Mai am Sinfoniekonzert des Glarner Kammerorchesters in Ennenda auftreten. Die Liebe und Leidenschaft zum Cello teilt er nicht nur mit Vater Reto, der an diesem Tag am Dirigentenpult stehen wird. Sein Bruder Gian-Andri (19) wird im Orchester ebenfalls als Cellist mitspielen. Dass es dazu gekommen ist, ist nicht selbstverständlich.
Noch ein Cellist
Ein Sohn, der Cello spielt, hätte Reto Cuonz nämlich gereicht. «Meine Eltern waren überhaupt nicht begeistert, als ich auch noch mit Cello beginnen wollte», sagt Gian-Andri Cuonz. Flurin ging mit seinem 13 Jahre jüngeren Bruder sogar an einen Instrumentenparcours, damit er verschiedene Instrumente ausprobieren konnte. Das Fazit von Gian-Andri: Cello gefällt ihm am besten. Es sei eine Alibiübung gewesen, sind sich die Brüder einig. Gian Andri erzählt: «Der eigentliche Grund, weshalb ich Cello spielen wollte, war mein Bruder. Er war mein Vorbild.» Letzten Sommer hat der jüngste Cuonz die Schule abgeschlossen. Seine Studienwahl überrascht kaum. Er bereitet sich auf die Musikhochschule vor.