KVA Niederurnen: Die ganze Schweiz soll mit teureren Abfallsäcken den Umbau finanzieren
Die Kehrichtverbrennungsanlagen in der Schweiz haben ein Problem: Wenn sie unseren Abfall verbrennen, stossen sie viel CO₂ aus. Deshalb entsteht in Niederurnen eine Pilotanlage: Für 200 Millionen Franken wird die KVA umgebaut. Der Verband der Kehrichtverbrennungsanlagen löst damit das Versprechen ein, bis 2030 mindestens eine Anlage in der Schweiz zu betreiben, die grössere Mengen CO₂ aus den Abgasen filtern kann.
Extrem hohe Kosten
Ab 2029 soll die KVA in Niederurnen so weit sein: Das CO₂ wird dann abgeschieden, verflüssigt und im Ausland unter dem Meeresboden gelagert. So soll «die Schweizer Klimabilanz jährlich um 100'000 Tonnen CO2» entlastet werden, wie die NZZ schreibt. Carbon Capture and Storage (CCS), also Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid, nennt man das Verfahren.
Nur: Das hat einen happigen Preis. 400 Franken kostet es, eine Tonne CO2 unter dem Boden der Nordsee zu speichern. Pro Jahr würde das 40 Millionen Franken kosten. «Es ist ausgeschlossen, dass die Gemeinden im Einzugsgebiet der KVA Linth diese Kosten allein tragen», sagt Robin Quartier, Geschäftsführer des Verbands der Betreiber der Schweizer KVA gegenüber der NZZ. Diese Kosten könnte man über eine neue nationale Klimagebühr finanzieren, schlägt Quartier vor.
3.80 statt 1.80 Franken
Robin Quartier schlägt vor, dass diese Gebühr zuerst 5 Rappen zusätzlich pro 35-Liter-Sack kosten soll. Damit soll der Umbau der KVA Niederurnen finanziert werden. Doch die grossen Investitionen stehen erst noch bevor: Ab 2030 sollen weitere Kehrichtverbrennungsanlagen umgebaut werden, damit auch diese CO herausfiltern können.