Beschwerde ist vom Tisch: Entwässerungsprojekt Braunwald hat endlich grünes Licht
Die Entwässerungskorporation Braunwald plant einen Entwässerungsstollen, der die Gefahr einer neuen Grossrutschung wie jener von 1999 bannen soll. Gegen das Baugesuch hatten aber im Februar 2022 die zwei Hauseigentümer in Linthal Beschwerde geführt. Beide verlangten eine Verlegung der Bauseilbahn, welche die Stollenbaustelle erschliessen soll. Sie wehrten sich dagegen, dass die Talstation und der Installationsplatz im Stachelberg in Linthal gebaut würden.
Keine weiteren rechtlichen Hürden
Da die Beschwerde zurückgezogen ist, ist mit dem Entscheid des Verwaltungsgerichtes auch die Baubewilligung für das Entwässerungsprojekt rechtskräftig. Die Entwässerungskorporation muss keine weiteren rechtlichen Hindernisse überwinden und kann den Baustart vorbereiten.
«Wir sind sehr froh, dass wir dieses Zwischenziel erreicht haben», sagt Markus Hefti, Präsident der Entwässerungskorporation. Man habe mit den Beschwerdeführenden verhandelt und eine Basis für den Rückzug der Beschwerde gefunden, erklärt Hefti weiter.
Respekt vor einem unsicheren Ausgang
Man habe einen Vergleich mit der Entwässerungskorporation gefunden, erklärt das Ehepaar, das die Beschwerde nun zurückgezogen hat. «Wir sind zwar weiterhin nicht glücklich damit, dass Bauseilbahn und Installationsplatz unmittelbar neben unserer Liegenschaft platziert werden», sagt der Miteigentümer. Aber der Ausgang vor dem Bundesgericht sei wie bei solchen Verfahren immer offen und unsicher gewesen. Ausserdem sei der Druck von Kanton, Korporation und Gemeinde ziemlich gross geworden, die Beschwerde zurückzuziehen.
Zum Inhalt des Vergleichs sagt der Miteigentümer, die Korporation habe zugesichert, einen alten Damm, der das Haus vor Murgängen schützen soll, zumindest im unteren Teil wiederherzustellen. Ausserdem sei eine Entschädigung für den während der Bauzeit reduzierten Mietwert der Liegenschaft zugesichert worden. Diese Entschädigung werde er den Mietenden weitergeben, sagt der Miteigentümer, er möchte aber keine Angaben über die Höhe machen. «Die Immissionen durch Lärm, Staub und Erschütterungen während vier Jahren sind schon gross», erklärt er. Für den Fall, dass Mietende deswegen kündigen würden, habe die Entwässerungskorporation ausserdem zugesagt, bei der Suche nach neuen Mietern oder Mieterinnen zu helfen.