Das Wunschbaum-Wunder von Glarus: «Die Leute wollen noch viel mehr schenken!»
Bianca Martinelli und Natalia Baumgartner haben sich am letzten Wochenende ungläubig die Augen gerieben: In weniger als einem halben Tag wurden alle 160 Wünsche vom Wunschbaum auf dem Rathausplatz gepflückt. Das heisst: 160 Kinder von benachteiligten Familien im Kanton Glarus erhalten ein Weihnachtsgeschenk.
«Wir haben verschiedene Szenarien durchgespielt. Aber dass der Baum nur einen halben Tag lang mit Wünschen geschmückt sein wird, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet», sagt Natalia Baumgartner. Sie arbeitet als Job Coach bei der Koordinationsstelle Integration Flüchtlinge (KIF) beim Kanton. «Schenken ist ein Thema, das mich schon lange beschäftigt», sagt sie. Darum habe sie die Idee ihrer Chefin Audrey Hauri vorgeschlagen. «Sie war sofort begeistert davon, wir konnten einfach loslegen», sagt sie.
Wir, das schliesst in diesem Fall auch Bianca Martinelli ein. Sie studiert in Luzern Soziale Arbeit und macht bei der Hauptabteilung Soziales ein Praktikum. «Wir kannten uns zuvor noch gar nicht», sagt Martinelli. «Aber wir haben uns sofort verstanden und würden gern auch in Zukunft solche Projekte zusammen verwirklichen», ergänzt Baumgartner.
Die beiden haben Mitte Oktober mit der Planung für die Aktion begonnen. Und dabei gab es viele Kleinigkeiten zu beachten. Zum Beispiel, wie man die Familien erreicht, damit sie ihren Geschenkwunsch äussern. «Das geht von praktischen Fragen wie dem Anmeldetalon bis zur Formulierung. Die Familien sollen sich ja nicht als Bittsteller fühlen, sondern spüren, dass es Menschen in ihrem Umfeld gibt, die von Herzen helfen möchten», erklärt Martinelli.