Karin plant die Ferien, Lukas schaut zu: Der Glarner Paarberater sagt, wie es besser geht
von Thomas Oberle*
Karin plant den Sommerurlaub. Zum dritten Mal in Folge. Flüge suchen, Unterkünfte checken, Mietwagen vergleichen, Reisepläne basteln. Lukas ist dabei eher im Beobachtermodus. Immerhin fragt er: «Wie kann ich dich unterstützen?» Nett gemeint – aber für Karin alles andere als hilfreich.
Denn was sie sich wünscht, ist nicht Hilfe auf Zuruf. Sie will Initiative. Dass Lukas sagt: «Ich übernehme die Unterkunft. Ich suche ein paar Optionen raus und bringe dir Vorschläge.» So etwas wie echtes Mitdenken, nicht nur mitmachen.
Es geht um Verantwortung – oder genauer: um Verantwortung, die freiwillig übernommen wird. Denn in vielen Beziehungen ist es so, dass einer «führt» und der andere mitläuft. Nicht weil er oder sie faul ist, sondern weil es sich so eingespielt hat. Oft sogar unbewusst.
Der Haken: Wer immer nur reagiert, übernimmt keine echte Verantwortung. Und das spürt die andere Person. Es entsteht ein Ungleichgewicht – nicht unbedingt bei der Aufgabenverteilung, sondern auf der emotionalen Ebene. Der berühmte «Mental Load» ist in solchen Fällen fast immer einseitig.
Verantwortung heisst: Ich überlege mit
Zurück zu Karin und Lukas. Sie wünscht sich keinen perfekten Mitplaner, sondern jemanden, der von sich aus sagt: «Ich kümmere mich um diesen Teil.» Nicht erst, wenn sie gestresst ist. Nicht erst, wenn sie darum bittet. Sondern weil es auch sein Urlaub ist. Ihre gemeinsame Zeit.