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Wohnen in der ehemaligen Raststätte

Die Idee, die Raststätte Walensee an der A3 wieder in Betrieb zu nehmen, ist vom Tisch. Die neue Besitzerin, die Firma Restwal aus Obstalden, will das ehemalige Restaurant zu einem Wohn- und Gewerbehaus umbauen und aufstocken.

Südostschweiz
26.08.14 - 02:00 Uhr

Von Brigitte Tiefenauer

Obstalden. – Zwei Zwei- und vier Dreizimmerwohnungen sind für den Um- und Erweiterungsbau am Walensee neben der bestehenden Vierzimmerwohnung geplant. Dafür soll das Gebäude um eine Etage aufgestockt werden. Im Erd- und Zwischengeschoss sind Büros, ein Aufenthaltsraum und Archivräume geplant. Ein entsprechendes Baugesuch liegt bei der Gemeinde Glarus Nord öffentlich auf.

Eine Umnutzung bietet sich an

Mit dem Bauprojekt erfüllt sich der Österreicher Heinz Peter Moravcik, seit einem Jahr Besitzer der Liegenschaft, die zweite von drei Optionen. Den laut seiner Aussage vom Bundesamt für Strasse (Astra) gewünschten Abriss hat er verhindert.

Gegen die angestrebte Wiedereröffnung des Restaurants habe sich das Astra gestemmt, heisst es im Baubeschrieb. Das Astra erachtet die kurze Zu- und Wegfahrt als zu gefährlich und die Parkplatzsituation als nicht mehr zeitgemäss. Ausserdem gebe es an der Strecke mit den Raststätten Glarnerland und Walensee-Bergsboden genug Restaurants. Laut der Bauherrschaft bietet sich eine Umnutzung des Baus aus den 60er-Jahren an.

Warenlift wird zum Personenlift

Rund 1,2 Millionen Franken hat die Firma Restwal neben den 800 000 Franken Erwerbskosten bereits für die Sanierung des Gebäudes eingesetzt. Weitere Umbaukosten von 1,5 Millionen Franken werden in die Aufstockung und die Modernisierung investiert, wie es im Baubeschrieb heisst. Projektverfasser ist die Firma Bleiker Holzbau aus Lichtensteig.

Das neue Attikageschoss aus Holz auf der jetzigen Dachebene ergibt zwei Wohnungen mit Terrasse. Neue Wände im bestehenden Wohnteil versprechen eine freundliche, zeitgemässe Raumeinteilung. Der alte Warenlift wird zum Personenlift umgebaut.

Energiesparende Fenster und Türen, moderne Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie eine Wärmepumpe mit Walenseewasser als Energiequelle sind im Baubeschrieb hervorgehoben.

Zwischen Berg und Autobahn

Neben den baulichen Fakten räumen die Gesuchsteller der Werbung für den eigenartigen Wohnort zwischen Felswand und Autobahn reichlich Platz ein. Der Standort im Naherholungsgebiet zwischen Walensee und dem Wander- und Wintersportgebiet am Kerenzer- und dem Flumserberg mache die Lage an der A3 wett, heisst es da. Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h sei der Verkehrslärm nicht höher als bei einer Innerortsstrasse. Ausserdem seien die Wohnungen durch Zugänge, Balkone und Terrassen so zurückversetzt, dass der Strassenlärm kaum störe. Über die Fussgängerbrücke seien Parkplätze und der See bequem erreichbar.

Die ganze Liegenschaft hat eine Fläche von 1392 Quadratmetern. Als Wohnfläche sind in den Obergeschossen gegen 1000 Quadratmeter vorgesehen. Von der ehemaligen Nutzung her gibt es mehr als genug Parkplätze. Zur Regelung der Zu- und Wegfahrt ist eine Ampelanlage vorgesehen.

Ende des Dornröschenschlafs

Wenn alles rund läuft, wäre dies das Ende eines über zehnjährigen Dornröschenschlafs, der mit der Schliessung der Raststätte im Oktober 2003 begann. Damals verkaufte der Kanton Glarus die Liegenschaft an Marco Riva aus Uznach und die Matter und Partner GmbH aus Luzern. Ihrem Versprechen, die Immobilie nicht ungenutzt stehen zu lassen, sind diese Besitzer nicht nachgekommen. Der Weiterverkauf an Heinz Peter Moravcik und seine Firma Restwal im Juni 2013 soll nun zur Wende führen.

Wohnort für «Liebhaber»: Die Raststätte Walensee soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden.

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