In San Bernardino dreht sich die Abwärtsspirale
In die Jahre gekommene Skilifte, Hotelschliessungen, fehlende Investitionen und stehende Bergbahnen – in San Bernardino sinken die Übernachtungszahlen seit über 20 Jahren.
In die Jahre gekommene Skilifte, Hotelschliessungen, fehlende Investitionen und stehende Bergbahnen – in San Bernardino sinken die Übernachtungszahlen seit über 20 Jahren.
Abraham Gillis
Es ist bereits die zweite Saison, in der die Mehrheit der Wintersportanlagen in San Bernardino stillsteht. Die Hoteliers im Ort beginnen, sich vermehrt Sorgen zu machen. «Das ist auf die Länge nicht verantwortbar», erklärt zum Beispiel Hans Peter Wellig, Direktor des «Bellevue». Einer der Hauptgründe für den anhaltenden Stillstand von San Bernardinos wichtigstem Wirtschaftsmotor sind die veralteten Anlagen. Eigentlich besteht ein Masterplan, der zusammen mit dem Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden entwickelt wurde und den Tourismusort aus der Krise führen will: Die Anlagen der San Bernardino Impianti Turistici SA sollen komplett erneuert und ausgebaut werden sowie neue Hotelinfrastrukturen und Ferienappartements entstehen. Eine Gruppe interessierter Investoren ist aber in der Zwischenzeit bereits wieder abgesprungen. Laut Giorgio Cereghetti, Kanzlist der Gemeinde Mesocco (zu der San Bernardino gehört), ist die Gemeinde jedoch bereits wieder daran, vertiefte Kontakte zu neuen Interessengruppen zu knüpfen.
Seit 20 Jahren sinkende Zahlen
Es bleibt also weiterhin zu hoffen, dass die Talsohle des Tourismusortes endlich erreicht ist. Denn die Abwärtsspirale aus veralteten Bahnen, fehlenden Investitionen und Hotelschliessungen dreht sich schon seit Jahrzehnten. In den letzten 20 Jahren ging die Zahl der Übernachtungen auf einen Fünftel des ursprünglichen Wertes zurück. Laut Wellig ist daran ganz zentral der seit Langem andauernde schlechte Zustand der Bahnen schuld. Auch Cereghetti sieht die Gründe für den Gästerückgang in einem Wechselspiel zwischen alter Infrastruktur und fehlendem Geld. Im Moment lohnen sich einzig Massenunterkünfte. Dies vor allem, weil es nur wenige Orte gebe, wo Gruppen mit über 50 Teilnehmenden unterkommen könnten, so Wellig.
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