Mauro Jörg: «Ich suchte diesen Konkurrenzkampf»
Zur falschen Zeit am falschen Ort. Wo Mauro Jörg in den letzten sechs Jahren in der NLA stürmte, war kein Erfolg – weder in Lugano und erst recht nicht in Rapperswil-Jona. Der Emser hofft, dies mit dem Wechsel nach Davos zu ändern.
Zur falschen Zeit am falschen Ort. Wo Mauro Jörg in den letzten sechs Jahren in der NLA stürmte, war kein Erfolg – weder in Lugano und erst recht nicht in Rapperswil-Jona. Der Emser hofft, dies mit dem Wechsel nach Davos zu ändern.
Von Kristian Kapp
Eishockey. – Mauro Jörg wird Ende Monat zwar erst 24 Jahre alt, doch der Bündner Stürmer aus Ems hat bezüglich sportlichem Misserfolg schon mehr erlebt, als manch gestandener Routinier sich dies für eine ganze Karriere erwünscht. Vier Jahre in Lugano und zuletzt zwei Saisons bei den Rapperswil-Jona Lakers haben ihm bloss zwei (verlorene) Play-off-Serien im Tessin sowie viermal Abstiegskampf eingebracht. «Diese Play-outs sind keine Erfahrungen, die du wirklich erleben möchtest», sagt Jörg. «Du spürst es im ganzen Klub: Alle, inklusive Vorstand, sind nervös und angespannt, weil es um das Überleben des Vereins geht.» Mit den Lakers hat er nun zweimal nur knapp den Gang in die Ligaqualifikation gegen den NLB-Meister verhindern können. Darum ist Jörg glücklich, die Lakers mit einem Erfolgserlebnis verlassen zu können, auch wenn dieser «nur» Ligaerhalt heisst.
Militär statt Umzug nach Davos
Jörg hat eine Saison mit dem Play-out-Erfolg gegen den EHC Biel als Abschluss hinter sich, die er als die turbulenteste seiner Karriere beschreibt. Unfassbare 39 verlorene Qualifikationsspiele und mehrere vom Verein erzwungene Abgänge von Stammspielern: «Es war nie langweilig», sagt Jörg lakonisch. Zwei Dinge sind darum bemerkenswert: «In der Saison zuvor, als wir uns den Ligaerhalt gegen Langnau sicherten, war der Abstiegskampf noch härter.» Und, wie Jörg mit einem Schmunzeln feststellt: «Diese Saison war es erstaunlich, wie wir trotz all dieser Niederlagen als Team nie in ein riesiges Loch fielen und die Stimmung angesichts der Situation eigentlich gut blieb.»
Mittlerweile sind die Lakers für Mauro Jörg ad acta gelegt. Ein Abschiedsessen sowie eine kleine Mannschaftsreise setzten den Schlusspunkt. Er wechselt nun zum HC Davos, im Landwassertal ist Jörg aber noch nicht angekommen. 13 Wochen Militär stehen für den Bündner seit gestern auf dem Programm, erst dann wird er in sein neues Heim in Davos einziehen. Dass dies nicht optimal ist, weiss auch Jörg: «Der Zeitpunkt ist schlecht. Es wäre für mich einfacher gewesen, das Sommertraining in Davos zu absolvieren und alle neuen Teamkollegen bereits besser kennen- zulernen.»
«Einfacher gewesen bei den Lakers»
Denn auch wenn Jörg mit dem HC Davos nun zu jenem Verein wechselt, der mittlerweile als einziger der etablierten NLA-Klubs die Play-offs noch nie verpasst hat, wird er in seinem Heimatkanton ebenfalls keine einfache Situation vorfinden. Jörg wird einer von mindestens 15 Stürmern sein, die sich als einer der zwölf Stammspieler sehen. Eine Situation, die er aber konsequent gesucht habe, sagt Jörg: «Ich habe mir das gut überlegt vor meiner Unterschrift.» Er habe um die vielen Stürmer in Davos gewusst. «Ich hätte es einfacher gehabt, wenn ich in Rapperswil-Jona geblieben wäre. Doch ich wollte diesen Konkurrenzkampf, der bei den Lakers zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt war.» Es sei ihm durchaus bewusst, dass er beim sich im Umbruch befindenden HC Davos auch harte Zeiten erleben könne, sagt Jörg: «Mein Ziel in Davos ist es, besser zu werden. Ein harter Kampf um einen Stammplatz sehe ich da als fördernd.»
Vor zwei Jahren «noch nicht bereit»
Jörg wäre um ein Haar bereits vor zwei Jahren in Davos gelandet, die Anfrage von dort kam just nach seiner Unterschrift bei den Lakers. Rückblickend betrachtet dies Jörg nicht als Fehler und bereut nichts: «Ich glaube, dass ich damals für Davos noch gar nicht bereit war. Der Wechsel nach ‘Rappi’ war richtig. Ich machte dort einen Schritt vorwärts, auch wenn er kleiner war, als ich ihn mir erhofft hatte.»
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