Der HCD würde von Olympia im Kanton klar profitieren
Der HC Davos setzt sich unmissverständlich für ein Ja für die Abstimmung über Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden ein. Klubpräsident Gaudenz Domenig nennt handfeste Gründe.
Der HC Davos setzt sich unmissverständlich für ein Ja für die Abstimmung über Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden ein. Klubpräsident Gaudenz Domenig nennt handfeste Gründe.
Von Hansruedi Camenisch
Die Spieler des HC Davos tragen zurzeit beim Einlaufen vor ihren NLA-Meisterschaftsspielen spezielle Leibchen. Sie sind in Grau gehalten und beinhalten die Aufschrift «Graubünden gewinnt» sowie das Signet, mit welchem die Promotoren für die Olympischen Winterspiele in neun Jahren in Graubünden werben. Gerne hätte der Bündner Vorzeige-Eishockeyklub am 20. Januar auch sein Meisterschafts-Heimspiel gegen die SCL Tigers in speziellen «Olympia-Leibchen» bestritten. Die Zustimmung von Swiss Ice Hockey lag vor. Das Schweizer Fernsehen SRF legte jedoch sein Veto ein, weil es sich um politische Werbung handle.
Die Olympiavorteile für den HCD
«Für Olympische Winterspiele in Davos würde die bestehende Vaillant Arena mit Olympiageldern auf den neusten Stand gebracht», sagt Gaudenz Domenig. «Weiter würden die Trainingsmöglichkeiten für die ganze Nachwuchsabteilung wesentlich verbessert. Und Olympische Winterspiele im Kanton würden das Eishockey und den ganzen Wintersport bei uns generell spürbar fördern», so der HCD-Präsident.
Das als Holzkonstruktion errichtete Davoser Eisstadion wird schon fast ehrfürchtig auch schon mal als Kathedrale oder Eispalast bezeichnet. Der 1979 errichtete Bau ist jedoch in die Jahre gekommen. Die Nordseite des Stadions wurde inzwischen denn auch schon renoviert, die Tribüne mit blauen Schalensitzen versehen und mit dem «Nordside»-Restaurant sowie Räumlichkeiten für den HCD-Kristallclub und den Club ‘89 ergänzt. Weil aufgrund dilettantischer Planungen die Kosten aus dem Rahmen liefen, konnten auf der Südseite bis heute nur noch die nötigsten Arbeiten getätigt werden. So lassen zum Beispiel die Kabinen für die Spengler-Cup-Teams oder auch die alten Tribünen-Holzbänke viele Wünsche offen. Konkrete (und solide) Pläne, auch die Südseite zu renovieren, sind vorhanden. Die Ausführungen scheiterten bislang jedoch an den fehlenden Finanzen.
Unmittelbar neben dem Eisstadion befindet sich in Davos eine offene Kunsteisbahn. Im Zuge von Olympischen Spielen würde diese als Trainingshalle überdacht und mit einer kleinen Tribüne versehen. Sie könnte nicht nur für Trainingszwecke, sondern auch für Eishockey-Meisterschaftsspiele der unteren Ligen und Junioren benutzt werden. «Denkbar ist auch, dass diese Trainingshalle während des Spengler Cup anstelle des jetzigen ‘Ice Dome’ im Kurpark als VIP-Bereich genutzt wird», sagt Domenig.
Grosses Stadion am Davosersee
Für Olympische Winterspiele 2022 ist die aktuelle Eishalle als Zweitstadion vorgesehen. Hauptspielort wäre ein Provisorium am Davosersee mit einem Fassungsvermögen von 10 000 Zuschauern. «Den Stadionausbau in der Vaillant Arena müssen wir mittelfristig machen – Olympische Spiele in Graubünden 2022 hin oder her», sagt Domenig. Dieser Schritt sei allein schon unabdingbar, um den Spengler Cup auf hohem Niveau zu halten. Mit Olympia wäre die Finanzierung gesichert. Andernfalls gerate der HCD als Schweizer Spitzeneishockeyklub in Gefahr. «Dann droht aus dem HCD ein zweites Ambri-Piotta zu werden, das seit Jahren in der hintersten Tabellenregionen herumturnt. Oder noch schlimmer: Wir gehen ganz unter – und das tut man nur einmal, wie das Beispiel des EHC Arosa zeigt», so der HCD-Boss.
Olympia mit Arno Del Curto
An ein solches Schreckensszenario mag Domenig aber nicht denken. Lieber ist ihm die Vision des Olympischen Eishockeyturniers in Davos «mit Arno Del Curto als Schweizer Nationaltrainer. Er gehört weltweit zu den Besten seines Fachs. Ein anderer wäre für mich undenkbar.» Dann gerät Domenig ins Schwärmen. «Mit einer grossen Olympia-Euphorie und Del Curto hätten wir gar die Chance auf eine Medaille – wie 1948, als die Schweiz in St. Moritz Bronze holte.»
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.