Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz nicht überrascht über SNB-Verfügung
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist nicht überrascht darüber, dass seine Bankengruppe von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als systemrelevant angesehen wird. Der Entscheid sei nachvollziehbar und Raiffeisen-intern so erwartet worden, sagte der Bündner am Mittwoch an einer Telefonkonferenz.
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist nicht überrascht darüber, dass seine Bankengruppe von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als systemrelevant angesehen wird. Der Entscheid sei nachvollziehbar und Raiffeisen-intern so erwartet worden, sagte der Bündner am Mittwoch an einer Telefonkonferenz.
St. Gallen. – Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien die genauen Auswirkungen der Systemrelevanz noch schwierig abzuschätzen. Die Gespräche mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), welche die Anforderungen laut Gesetz festlegen muss, würden erst anlaufen. An der grundsätzlichen Strategie von Raiffeisen werde sich durch die Einstufung allerdings nichts ändern.
Weitere Eigenmittel generieren
Raiffeisen sei in der Lage, weitere Eigenmittel zu generieren, sagte Vincenz mit Blick auf allenfalls höhere Kapitalanforderungen. Einerseits könnten Gewinne zur Eigenkapitalbildung eingesetzt werden, anderseits ständen Raiffeisen auch auf dem Kapitalmarkt Instrumente zur Kapitalaufnahme zur Verfügung.
Vincenz erinnerte zudem daran, dass Raiffeisen bereits heute aufgrund der Grösse höhere Kapitalanforderungen erfüllen müsse als andere Finanzinstitute.
Im Vorteil
Bei der Erarbeitung von Notfallkonzepten sieht Vincenz die Raiffeisen Gruppe gegenüber den Grossbanken oder der ZKB, die von der SNB bereits früher als systemrelevant eingestuft worden sind, im Vorteil. Raiffeisen sei bereits ein Schweizer Konstrukt, man müsse nicht zuerst ein solches bauen.
Zudem sei die Raiffeisen Gruppe kein integrierter Konzern, sondern eine transparente Organisation von selbständigen Banken. «Weil wir weniger miteinander verbunden und verhängt sind, glauben wir da einen Vorteil zu haben», sagte Vincenz. Natürlich werde die Erfüllung der zusätzlichen Anforderungen die Raiffeisen Gruppe beschäftigen, man sei aber zuversichtlich, diese erfüllen zu können. (sda)
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