Pierin Vincenz: «Bin entsetzt, dass eine Schweizer Bank vorne mitmischte»
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat sich betroffen über die neuesten Erkenntnisse rund um den Libor-Skandal gezeigt.
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat sich betroffen über die neuesten Erkenntnisse rund um den Libor-Skandal gezeigt.
Zürich. – «Ich bin entsetzt, dass es Manager gibt, die nicht zurückgeschreckt sind, diesen Zinssatz zu manipulieren», sagte der Bündner Pierin Vincenz im Interview mit dem «Tagesanzeiger» und «Der Bund» (Mittwochsausgabe). Und er sei entsetzt, dass es Mitarbeiter einer Schweizer Grossbank waren, die ganz vorne mitmischten. «Das hätte es wirklich auch nicht gebraucht», so Vincenz.
Lobende Worte
Der Raiffeisen-Chef sprach auch über die Weissgeldstrategie, die Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf vergangene Woche vorgestellt hatte. Lobende Worte fand er für den Vorschlag, risikogerecht vorzugehen. Das sei sinnvoll, weil der Aufwand, alle ausländischen Bankkunden zu kontrollieren, zu gross gewesen wäre.
Wenig Chancen sieht Vincenz, dass die Schweiz vor einem Abkommen mit den USA verschont bleiben wird. Die Schweiz werde gezwungen sein, sich mit den USA zu einigen und einen Vertrag über das US-Steuergesetzes Fatca, bei dem der automatische Datenaustausch vorgesehen ist, abzuschliessen. «Dadurch wird der Druck auf unser Land erhöht, auch in Europa einen Schritt zu machen und sich anzupassen», ist er überzeugt.
Recht auf finanzielle Privatsphäre
Das Bankgeheimnis müsse deswegen nicht aufgeweicht werden. Aber es könne nicht aufrechterhalten werden für schwere, fortgesetzte Steuerhinterziehung. «Da werden wir uns bewegen und öffnen müssen», sagte Vincenz. Das Recht auf finanzielle Privatsphäre müsse jedoch aufrechterhalten werden. (sda)
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