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Pendelbahn durch das Urdental geht nächstes Jahr in Betrieb

Der Alpenschutzverband Mountain Wilderness akzeptiert den Bau der Pendelbahn durchs Urdental. Damit wird die Verbindung der Skigebiete von Arosa und Lenzerheide nächsten Winter Tatsache.

Südostschweiz
02.01.13 - 17:00 Uhr

Chur/Arosa/Lenzerheide. – «Wir haben eine umfassende Einigung erzielt», erklärte Christoph Suenderhauf, Verwaltungsratspräsident der Lenzerheide Bergbahnen, in Chur. Zur Orientierung gerufen hatten neben seinem Unternehmen die Bergbahnen Arosa und Mountain Wilderness Schweiz. Der Verband habe seine Einsprache gegen die Skigebietsverbindung zwischen Arosa und Lenzerheide zurückgezogen, konnte Suenderhauf verkünden. Damit stehe dem Vorhaben nichts mehr im Weg.

Doch für das Einlenken hat Rechtsanwalt Andrea Bianchi, der die Einsprache vertrat, den Bahnen viel abgerungen. Laut Bianchi sind «essenzielle Zugeständnisse» erzielt worden. Davon profitiert die Fauna: Die Bergbahnen haben sich verpflichtet, im Urdental keine Pisten zu markieren, zu präparieren oder zu sichern. Der Schutz des Wildes werde so im heutigen Mass sichergestellt, sagte Bianchi. Er räumte ein, die «Landschaftsperle» werde von der Doppelpendelbahn beeinträchtigt, auch wenn sie keine Stützen habe. Doch verpflichteten sich die Bahnen, auf einen durchgehenden Sommerbetrieb zu verzichten.

Sportbus zum Nulltarif

Zudem hätten sie «für eine konsequente Förderung des öffentlichen Verkehrs» gewonnen werden können. Das beinhalte die Schaffung eines Sportbusses zum Nulltarif zwischen Churwalden und Lenzerheide sowie die Zusicherung, sich für den Halbstundentakt der Postautos ab Chur und ein Park-and-Ride-Angebot einzusetzen. Ausserdem soll insbesondere in Churwalden auf zusätzliche Parkplätze verzichtet werden.

Vor allem aber haben sich die Bergbahnen verpflichtet, ihr Gesuch für den Bau der Verbindungsbahn Heimberg-Proschieri zwischen den beiden Talseiten der Lenzerheide zurückzuziehen. «Dieses Zugeständnis wäre ohne unsere Beschwerde mit Sicherheit nicht gemacht worden», erklärte Bianchi. Somit sind auch Einsprachen von WWF, Pro Natura und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz gegen diese Ost-West-Verbindung gegenstandslos. Mit der Pendelbahn durchs Urdental hatten sich die drei Verbände bereits zuvor einverstanden erklärt.

Vom Tisch ist die Ost-West-Verbindung aber nicht. Gemeinsam mit den Verbänden werde nach einer landschaftsverträglicheren Variante gesucht, sagte Suenderhauf. Er wie auch Lorenzo Schmid, VR-Präsident der Bergbahnen Arosa, lobten die Zusammenarbeit mit den Umweltorganisationen, welche die Skigebietsverbindung schliesslich ermöglicht habe. «Wir haben Top-Gespräche geführt» sagte Schmid.

225 Kilometer Pisten

Mountain Wilderness habe «die Hand dazu gereicht, dass es zu keinen Verzögerungen bei der Realisierung der Verbindung zwischen Lenzerheide und Arosa kommt», erklärte Bianchi und meinte, «damit haben wir bewiesen, dass wir keine Verhinderer sind, sondern im Interesse des Naturund Umweltschutzes gehandelt haben».

Die Luftseilbahn durch das Urdental und die beiden Zubringer-Sesselbahnen Heimberg-Mottahütte und Mottahütte-Urgenfürggli sollen Mitte Dezember 2013 eröffnet werden. Entstehen wird eines der grössten zusammenhängenden Skigebiete der Schweiz mit 225 Kilometern Pisten. Die Investitionen belaufen sich auf 35 Millionen Franken. Die Arosa Bergbahnen werden gegen 20 Millionen Franken für die Pendelbahn aufbringen, die Lenzerheide rund 15 Millionen Franken für die beiden Sesselbahnen. (uh) 

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