Frankreich forciert das Unterwasser-AKW
Die französische Schiffswerft DCNS hat grosse Pläne: Sie will Atomkraftwerke auf dem Meeresgrund bauen. Umweltschützer sind entsetzt.
Die französische Schiffswerft DCNS hat grosse Pläne: Sie will Atomkraftwerke auf dem Meeresgrund bauen. Umweltschützer sind entsetzt.
Paris. – In einem Stahlzylinder von 100 Meter Länge und 15 Meter Durchmesser sollen in naher Zukunft Atommeiler unter Wasser platziert werden. So die Pläne des französischen DCNS-Konzerns. Die Unterwasser-AKW wären damit zehnmal kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke auf dem Land. Sie würden 50 bis 200 Megawatt Strom liefern. «Technisch bietet der Bau keine grösseren Schwierigkeiten», erklärte DCNS-Direktor André Kolmayer gegenüber der «Südostschweiz».
Das Projekt mit dem Namen Flexblue sieht vor, dass in den nächsten 20 Jahren 200 kleine Atomkraftwerke unter Wasser gebaut werden sollen. Das erste soll im Jahr 2017 in Cherbourg in der Normandie entstehen.
«Irres» Projekt
Umweltschützer in Frankreich sind über das Flexblue-Projekt entsetzt. Greenpeace glaubte zuerst an einen schlechten Aprilscherz. Didier Anger vom Netzwerk «Sortir du nucléaire» hält das Projekt für «irre», denn das Wasser leite die Radioaktivität schneller als die Luft. (so)
Mehr in der «Südostschweiz» von heute.
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