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Neuer Chemiekonzern HuntsmanClariant hält an Region Basel fest

Die Region Basel soll vom neuen Chemieriesen HuntsmanClariant profitieren. Laut Clariant-Chef Hariolf Kottmann ergänzen sich die Tätigkeiten von Clariant und Huntsman im Baselbiet. Ein Stellenabbau ist demnach nicht geplant.

Agentur
sda
22.05.17 - 11:26 Uhr
Wirtschaft
Sie sprechen seit acht Jahren von einer Heirat ihrer Unternehmen, Hariolf Kottmann, CEO Clariant, (l.) und Peter Huntsman, Präsident und CEO von Huntsman.
Sie sprechen seit acht Jahren von einer Heirat ihrer Unternehmen, Hariolf Kottmann, CEO Clariant, (l.) und Peter Huntsman, Präsident und CEO von Huntsman.
KEYSTONE/SIGGI BUCHER

Nach der Fusion werde die Produktion in Muttenz BL weitergeführt und das heutige Administrationszentrum in Pratteln BL werde zum neuen Hauptsitz, sagte Kottmann am Montag vor den Medien in Zürich. Laut dem designierten Verwaltungsratspräsidenten von HuntsmanClariant ist derzeit kein Stellenabbau geplant.

Wo es im neuen Spezialchemiekonzern genau Überscheidungen gebe, sei noch nicht im Detail geklärt. Fest stehe hingegen, dass der Zusammenschluss Synergien von jährlich über 400 Millionen Dollar bringen solle.

Huntsman-Präsident und -Chef Peter Huntsman seinerseits betont: «Wir verpflichten uns, eine Schweizer Firma zu bleiben.» Basel sei wichtig für die Produktion sowie die Forschung und Entwicklung - und das werde auch so bleiben.

Laut dem designierten Konzernchef der künftigen HuntsmanClariant befinden sich die bedeutendsten Einzelaktionäre in der Schweiz. «Darum ist es sehr wichtig, die Kotierung an der Schweizer Börse zu behalten», sagte der Amerikaner.

Clariant-Aktien gesucht

An der Börse honorierten die Anleger die Fusionspläne. Die Clariant-Papiere legten bis 11.15 Uhr bei sehr hohen Volumen um 9,4 Prozent auf 22,83 Franken zu. Der Gesamtmarkt bewegte sich derweil leicht im Plus.

Es wird vermutet, dass sich die seit Jahren umworbene Clariant in der derzeit laufenden Konsolidierungswelle in der Chemieindustrie mit dem Zusammenschluss als Übernahmeziel aus dem Rennen nehmen will.

Dass der Zusammenschluss nun stattfindet - nachdem während mehr als zehn Jahren darüber spekuliert worden sei -, wird bei der Bank Vontobel begrüsst. Die Fusion werde es Clariant ermöglichen, die globale Präsenz zu erweitern, insbesondere in den beiden strategisch wichtigen Märkten USA und China.

Der für Morgen Stanley zuständige Experte sieht allerdings nur begrenzte Überschneidungen bezüglich des Produktportfolios. In die gleiche Kerbe haut man bei Baader Helvea: Aus operativer beziehungsweise branchenspezifischer Sicht ergebe die Fusion nur begrenzt Sinn, heisst es hier.

52 Prozent für Clariant-Eigner

Am Montagmorgen hatten Clariant und der US-Konzern Huntsman ihre Fusion angekündigt. Damit soll ein weltweit führender Spezialchemiekonzern mit einem Umsatz von rund 13,2 Milliarden Dollar entstehen. Der Konzern soll weltweit 28'200 Mitarbeiter beschäftigen und HuntsmanClariant heissen.

Die operativen Geschäfte sollen von The Woodlands im US-Bundesstaat Texas aus geführt werden. An der neuen Gesellschaft sollen die Clariant-Aktionäre 52 Prozent halten, die Huntsman-Eigner den Rest.

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