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Retten Spezialangebote den Wintertourismus?

Wetterabhängige Tickets, Frühbucherrabatte oder Chips, die die genutzten Angebote speichern – die Skigebiete werden immer kreativer, wenn es darum geht, Gäste anzulocken. Wir haben einen Experten die Angebote analysieren lassen. 

Südostschweiz
13.01.17 - 05:00 Uhr
La Quotidiana
Tiefere Preise, mehr Gäste? Ob die Rechnung aufgeht, muss sich noch zeigen. Archivbild Olivia Item
Tiefere Preise, mehr Gäste? Ob die Rechnung aufgeht, muss sich noch zeigen. Archivbild Olivia Item

Am Mittwoch haben die Pizolbahnen ihre neue wetterabhängige Tageskarte präsentiert. Bei schlechtem Wetter soll ein Ticket bis zu 50 Prozent vergünstigt erhältlich sein. Der Preis wird dabei von SRF Meteo bzw. aufgrund der Prognosen der Wetterexperten eine Woche im Voraus bestimmt. Eine Prognose wie «zeitweise sonnig, zeitweise Schneefall» lässt den Preis des Tickets um 18 Prozent sinken.

Auch die Weisse Arena AG kennt ein solches System. Auch dort werden bei schlechtem Wetter die Preise gesenkt. Roger Walser, Projektleiter am Institut für Tourismus und Forschung an der HTW Chur, findet den Ansatz grundsätzlich interessant. Er sei gespannt, ob die leeren Sessel an Tagen mit schlechtem Wetter gefüllt werden können. Man dürfe aber nicht ausser Acht lassen, dass die Skigebiete mit solchen Aktionen keinen Gewinn machen würden, sondern lediglich ihre Fixkosten decken könnten. 

Zudem müsse man aufpassen, dass sich der Gast nicht an dauerhaft günstigere Preise gewöhne, ansonsten gehe die Rechnung am Ende für die Skigebiete nicht mehr auf, da die Fixkosten für Pistenpräparation und Lifte nicht mehr gedeckt werden können.

Keine Prognose möglich

Einen anderen Ansatz verfolgen hingegen die Bergbahnen Lenzerheide. Ab nächstem Winter soll der Gast nur noch das bezahlen, was er auch tatsächlich nutzt. Mittels Chip wird ermittelt, welche Bahnen genutzt werden, am Abend wird dann abgerechnet. Dabei bezahlt der Gast maximal den Preis einer Tageskarte. Hier will Walser noch keine Prognose wagen. Es sei ein relativ neuer Ansatz und seine Wirksamkeit müsse noch bewiesen werden. Das System funktioniere, wenn ein Wenig-Fahrer im Anschluss in der Region bleibe und einkaufe oder etwas konsumiere. Sollte der Gast jedoch nach zwei/drei Fahrten wieder gehen, dann gehe die Rechnung nicht auf. (koa)

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