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Das Ende der Zwischensaison?

Die Bergbahnen Arosa halten den Betrieb auch im November aufrecht. Eine Entwicklung, die man bei Bergbahnen Graubünden begrüsst. Doch nicht alle Destinationen sind davon überzeugt.

Südostschweiz
13.09.16 - 05:30 Uhr
La Quotidiana

von Thomas Kind

Zum zweiten Mal nach 2015 bieten die Bergbahnen Arosa auch diesen November das sogenannte «Novemberhoch» an. Konkret heisst das, dass die Bergbahnen auch während der Zwischensaison im November geöffnet sind. Jedoch nur in reduziertem Betrieb.

Die Luftseilbahn Arosa-Weisshorn, und je nach Schneeverhältnissen auch der Hörnli-Express sowie die Sesselbahn Hörnli, bleiben im November in Betrieb. «Das erste ʻNovemberhochʼ letztes Jahr war ein grosser Erfolg. Man konnte gleichzeitig Wanderer, Skifahrer, Biker und sogar Langläufer im Dorf sehen», sagt Markus Guler von Arosa Tourismus.

Das ganze Jahr geöffnet

Bis zum Ende der Skisaison 2017 bleiben die Bergbahnen Arosa somit jedes Wochenende geöffnet. Ein nahezu nahtloser Übergang von der Sommer- in die Wintersaison ist das Ergebnis. Dies lässt auf einen Trend hindeuten: Weg von den Saisons, hin zum Ganzjahresbetrieb. «Unser Ziel ist ganz klar, den Bahnbetrieb in Zukunft über das ganze Jahr anzubieten» sagt Guler. Es sei zwar aus technischer Sicht schwierig zu erreichen, weil die Bahnen regelmässig revidiert werden müssen. Doch das sei auch während einem Ganzjahresbetrieb zu bewerkstelligen. «Da die Bahnen unter der Woche geschlossen bleiben, kann die Revision eben unter der Woche vorgenommen werden. Eine Herausforderung zwar, aber machbar.»

Eine sinnvolle Entwicklung

Die Entwicklung hin zu einem Ganzjahresbetrieb begrüsst auch Silvio Schmid, Präsident von Bergbahnen Graubünden. Grundsätzlich könne man sich überlegen, die Bergbahnen länger oder gar durchgehend laufen zu lassen. «Wenn wir Erfolg habn wollen, müssen wir unsere Zukunft flexibler gestalten», sagt Schmid.

Kein Interesse in St. Moritz und Flims

Obschon die Verantwortlichen in Arosa und bei Bergbahnen Graubünden den Trend erkannt haben, sind nicht alle davon überzeugt. So zum Beispiel in St. Moritz. «In den Zwischenmonaten Mai und November zum Beispiel haben wir wenig Gäste. Daher macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, die Bergbahnen in Betrieb zu lassen, wenn keine Leute kommen», sagt Richard Adam von der Engadin St. Moritz Mountains AG.

Ähnlich klingt es aus der Surselva. «Momentan kommt ein Ganzjahresbetrieb für uns nicht in Frage», sagt Lisa Lerchi von der Weissen Arena Gruppe. Man müsse zuerst konkrete Angebote oder Produkte am Berg schaffen, die für zusätzliche Frequenzen sorgen würden.

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