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Die Rettung für
 den Gürgaletsch

Südostschweiz
21.03.16 - 20:52 Uhr
Graubünden

von Milena Caderas

Geschafft. Der Gürgaletsch wird auch nächstes Jahr in Betrieb genommen. Rund 30 000 Franken kostet der Unterhalt des Lifts mindestens während einer Saison. «Ich bin sehr froh, dass wir das Geld zusammenhaben», so Gil Gretler, Initiant des Projekts und Verwaltungsrat der Bergbahnen Tschiertschen. «Wir haben drei schlechte Winter hinter uns. Der Skiliftbetrieb ist sehr teuer.» Ohne den finanziellen Zustupf hätte beim Bügellift gespart werden müssen.

Über 200 Personen haben in den vergangenen 110 Tagen auf der Crowd-foundig-Site «100-days.net» Privatskistunden gesichert, Sessellift-Tafeln gekauft oder einfach Geld gespendet. Leicht war der Anfang der Sammelaktion nicht. Doch nach ein paar Medienberichten kam immer mehr Geld zusammen. «Durchs Band alle sind unter den Spendern vertreten und haben uns unterstützt: Stammgäste, Einheimische, Jüngere, Ältere», sagt Gretler. Zwischen 15 und 1000 Franken hätten sie beigetragen.

Die Frist von 100 Tagen musste dennoch um zehn Tage verlängert werden. Solche Fristerstreckungen sind denkbar, wenn ein Projekt auf gutem Weg, das Ziel aber noch nicht ganz erreicht ist. Gestern, einen Tag vor Ablauf der 110 Tage, wurde die 30 000-Franken-Grenze geknackt. Bis gestern Nachmittag sind 30 100 Franken zusammengekommen.

Wichtig für die ganze Region

Neben dem Gürgaletsch gibt es in Tschiertschen vier weitere Skilifte. Nicht zuletzt die Hotellerie atmet nach den erfreulichen Neuigkeiten der Bergbahnen auf. Für Tobias Alderliesten vom «Gürgaletsch Wander- und Skihotel» ist es auch für den Hotelbetrieb sehr wichtig, dass der Gürgaletsch in Betrieb bleibt. «Sonst wäre das Skigebiet viel kleiner und weniger attraktiv», sagt er. In der Wintersaison seien die meisten ihrer Gäste Wintersportler und wünschten sich eine gute Infrastruktur. Insbesondere die Freestylestrecken im Gürgaletsch-Gebiet machten das Skigebiet in Tschiertschen zu etwas ganz Speziellem. Auch Marlies Gehring vom letzten Dezember wieder eröffneten «Alpina Mountain Resort and Spa» zeigt sich sehr erleichtert über die positiven Nachrichten.

Momentan läuft es am Gürgaletsch übrigens nach Wunsch. Guten Schnee- und Wetterbedingungen sei Dank. Die beiden letzten Wochenenden seien einfach perfekt gewesen, schwärmt Gretler. Nach dem gestrigen Erfolg ist er guter Dinge, dass das «geniale Skigebiet» auch in Zukunft noch viele solcher Bilderbuch-Wintertage erlebt.

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