Wildunfälle sind in Graubünden Unfallursache Nummer 1
Jedes Jahr ereignen sich auf Schweizer Strassen weit über 20 000 Wildunfälle. Obwohl der grösste Teil davon zumindest für die Automobilisten glimpflich ausgeht: In 100 Fällen werden Verkehrsteilnehmer teilweise schwer verletzt. Im Kanton Graubünden sind Wildunfälle Unfallursache Nummer 1.
Jedes Jahr ereignen sich auf Schweizer Strassen weit über 20 000 Wildunfälle. Obwohl der grösste Teil davon zumindest für die Automobilisten glimpflich ausgeht: In 100 Fällen werden Verkehrsteilnehmer teilweise schwer verletzt. Im Kanton Graubünden sind Wildunfälle Unfallursache Nummer 1.
Chur/Glarus/St. Gallen. – Für den starken Anstieg von Wildunfällen im Herbst sind zwei Hauptfaktoren verantwortlich: Einerseits wechselt das Wild vermehrt zwischen den jetzt abgemähten Feldern, die den Tieren keinen Schutz mehr bieten, und seinen Rückzugsgebieten im Wald. Anderseits ist es für die Automobilisten schwer, bei der früh einsetzenden Dämmerung einen Wildwechsel schnell genug zu erkennen.
Taucht Wild am Strassenrand auf, sollte sofort abgebremst und gehupt werden. «Blenden Sie die Tiere nicht mit Fernlicht, denn das verwirrt sie. Sie verlieren die Orientierung und laufen möglicherweise auf die Lichtquelle zu.», sagt Jörg Zinsli, Leiter Schaden der Allianz Suisse. Weiter muss beachtet werden, dass die Tiere häufig im Rudel unterwegs sind und nicht immer auf dem kürzesten Weg flüchten, sondern oft in panischer Angst vor dem Fahrzeug herlaufen.
Wildunfälle auch in der Stadt
Dass Wildunfälle beispielsweise im Kanton Graubünden die Unfallursache Nummer 1 sind, mag verblüffen. Ganz besonders überraschend ist dabei aber der hohe Anteil an der Summe aller Verkehrsunfälle: die fast 1000 Wildunfälle im Jahr 2012 machten 40 Prozent davon aus. Der Schweizerische Versicherungsverband beziffert die aus Wildunfällen entstehende Schadensumme auf jährlich 25 Millionen Franken.
Vorsicht ist aber selbst auf städtischem Gebiet geboten. «Die Gefahr von Wildunfällen in der Stadt ist zwar nicht mit der des Kantons wie Graubünden zu vergleichen, allerdings darf sie auf keinen Fall unterschätzt werden.», so Zinsli. Bei Verkehrsunfällen in der Stadt Zürich wurden vom 1. April 2012 bis zum 31. März 2013 über 113 Wildtiere getötet, darunter 31 Rehe, 60 Füchse und fünf Wildschweine. Die Dunkelziffer dürfte allerdings doppelt so hoch sein. (so)
Verhalten bei einem Unfall
Im Falle eines Unfalls sollten Autofahrer besonnen reagieren und dabei einige Punkte beachten:
- Um Folgeunfälle zu vermeiden, Unfallstelle durch Warnblinklicht und Warndreieck absichern.
- In jedem Fall die Polizei rufen (Wildunfälle sind meldepflichtig).
- Tote oder verletzte Tiere wenn möglich von der Strasse entfernen. Sie dürfen aber nicht im Auto wegtransportiert werden. Dem Fahrer kann sonst der Vorwurf gemacht werden, Beweismittel vernichtet oder sogar Wilderei betrieben zu haben.
- So schnell wie möglich die Versicherung kontaktieren. Wildschäden sind bei einem Zusammenstoss von der Teilkasko gedeckt.
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