Wiederauferstehung der Pestalozzi-Schüleragenda
Generationen von Schweizern – auch Friedrich Dürrenmatt – sind mit dem «Pestalozzi-Kalender» aufgewachsen. Nachdem diese Schüleragenda seit den 1980er Jahren an Bedeutung verloren hatte und letztes Jahr hätte eingestellt werden sollen, wird sie nun wiedergeboren.
Generationen von Schweizern – auch Friedrich Dürrenmatt – sind mit dem «Pestalozzi-Kalender» aufgewachsen. Nachdem diese Schüleragenda seit den 1980er Jahren an Bedeutung verloren hatte und letztes Jahr hätte eingestellt werden sollen, wird sie nun wiedergeboren.
Trogen. – Nach fruchtlosen Versuchen mit frischen Formaten ist die neue Gestalt der Pestalozzi-Schüleragenda wieder die alte: im Taschenformat, mit schlichtem, strapazierfähigem Cover, nützlichen Informationen, Reportagen, Tricks und Basteleien. Auch der 1984 letztmals durchgeführte Zeichnungswettbewerb, zu dessen Gewinnern auch Friedrich Dürrenmatt und Celestino Piatti gehörten, wird wieder aufgenommen.
Der selber ausfüllbaren Agenda schliesst sich ein redaktioneller Teil an – unter anderem mit einer Bastelanleitung für eine Disco-Kugel und einer Reportage aus dem Nahen Osten – und danach ein praktischer Abschnitt mit mathematischen Formeln, römischen Zahlen und Morse-Alphabet.
Agenda im elektronischen Zeitalter
Dass auch im Zeitalter der Smartphones noch Bedarf nach einem papierenen Aufgabenbüchlein mit Lehr- und Unterhaltungspotenzial besteht, bestätigte an der Vernissage in der Pädagogischen Hochschule Bern eine Schulklasse: Von den 20 anwesenden Schülern zwischen zehn und zwölf Jahren plant nur einer seine Termine in elektronischer Form.
Herausgeber des neu «Pestalozzi-Schüleragenda» genannten Büchleins ist der Zürcher Literaturwissenschaftler und Publizist Charles Linsmayer, der 2008 die Berner Ausstellung «100 Jahre Pestalozzi-Kalender» kuratiert hatte. Als er gehört habe, die Ausgabe 2010 sei die letzte, habe er sich gesagt, «das darf nicht sein», erklärte er an der Vernissage.
Pulsnehmer des Zeitgeists
Das Redaktionsteam besteht aus vier jungen Leuten: Kunststudent und Slam-Poet Patrick Savolainen etwa sorgt für Illustrationen und Layout und gibt eine Anleitung, wie man Spoken-Word-Texte verfasst. Lehrerin Andrea Bertolini steuert unter anderem Zaubertricks und eine kurze Geschichte der Olympischen Spiele bei.
Radio24-Moderatorin Elena Bernasconi schildert einen ihrer Arbeitstage. Und Politologie-Student und Flughafen-Mitarbeiter Paul Linsmayer interviewt Bundesrätin Simonetta Sommaruga und schildert die Geschichte des Wunderfliegers Concorde. (sda)
Pestalozzi-Schüleragenda 2011/12, beginnt am 1. August 2011, Stämpfli Verlag Bern, 320 Seiten, Leinen, mit Bleistift, 15.80 Franken.
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