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Max Heinzer fechtete stark

Der Einzel- und Team-WM-Dritte Fabian Kauter glänzte zum Abschluss der Olympia-Qualifikation am Degen-Weltcupturnier in Paris mit Platz 2. Neben dem WM-Dritten imponierte mit Max Heinzer auch der zweite Schweizer Olympia-Athlet. Der letztjährige EM-Dritte aus Immensee wurde Sechster.

Südostschweiz
18.03.12 - 23:11 Uhr

Fechten. - Fabian Kauter scheiterte erst am dritten Italiener. Gegen Diego Confalonieri unterlag der Berner im Final mit 12:15. Davor hatte sich Fabian Kauter in den Achtelfinals gegen Olympiasieger Matteo Tagliariol (15:12) durchgesetzt und sich in den Halbfinals mit dem gleichen Verdikt am italienischen Weltmeister Paolo Pizzo für die Niederlage auf gleicher Höhe an den Weltmeisterschaften vom letzten Oktober auf Sizilien revanchiert.

Pizzo hatte in Paris mit einem 15:14-Viertelfinal-Erfolg über Max Heinzer ein Schweizer Halbfinal-Duell verhindert. Fabian Kauter bedauerte die Finalniederlage sehr: «Der schlechte Start mit einem 4:10-Rückstand erwies sich als Handicap. Danach holte ich zwar noch auf, riskierte aber zu viel. Als ich den Treffer zum 8:11 kassierte, war die Vorentscheidung gefallen.

Fabian Kauter kann aber auf seine vorolympische Form stolz ein. Er realisierte den vierten Einzel-Podestplatz innerhalb der einjährigen Olympia-Qualifikationsphase (neben Stockholm und sowie WM-Bronze noch 3. Platz in Buenos Aires). Zudem erreichte der aktuelle Schweizer Meister im Dezember ausserhalb der Olympia-Qualifikation am Masters (Einladungsturnier der weltbesten Degenfechter/ebenfalls in Paris) noch Rang 3.

Fabian Kauter zerstörte mit dem 15:12 über Matteo Tagliariol dessen Traum, als Titelverteidiger bei Olympia antreten zu können. Nur Pizzo ist von den Italienern innerhalb der Top 12 für Direktstartplätze des entsprechenden Rankings klassiert. Und Tagliariol befindet sich nach Paris auch nicht unter den zwei nachfolgenden Europäern des Rankings. Tagliariol scheiterte genau wie vier Jahre vor ihm der Schweizer Marcel Fischer als Degen-Olympiasieger schon in der internen Ausmarchung der Olympia-Qualifikation.

Vor vier Jahren hatte Michael Kauter, der ältere Bruder von Fabian Kauter, die Qualifikation über das entsprechende Ranking geschafft. Fischer war ausserhalb des Rankings klassiert und als zweitbester Schweizer nicht mehr dazu berechtigt, am europäischen Olympia-Qualifikationsturnier um die letzten Startplätze teilzunehmen. «Ich habe einfach mein Turnier gefochten», kommentierte Fabian Kauter die für Tagliariol folgenschwere Niederlage.

Tagliariol, der in Paris für das Olympia-Ticket mindestens Dritter hätte werden müssen, war vor vier Jahren noch vom heutigen Schweizer Chef-Nationaltrainer Angelo Mazzoni zu Einzel-Gold und Team-Bronze bei Olympia in Peking geführt worden. «Mazzoni vermag die Qualitäten jedes einzelnen Fechters im Wettkampf zur Entfaltung zu bringen», schilderte Tagliariol bei seinem olympischen Doppelmedaillengewinn in Peking damals die Fähigkeiten seines damaligen Chef-Nationaltrainers.

Fabian Kauter und Heinzer hatten ihre Olympia-Tickets für London 2012 bereits vor dem abschliessenden Olympia-Qualifikationsturnier in Paris gelöst (Top 12 des entsprechenden Weltqualifikationsrankings). Die Schweiz wird damit im olympischen Degen-Einzel der Männer in London (Degen-Teamwettbewerb der Männer ist für einmal nicht olympisch) am Schweizer Nationalfeiertag mit dem Maximal-Länderstartplatz-Kontingent von zwei Degenfechtern bei den Männern vertreten sein.

Nächster Fixpunkt der Schweizer Degenfechter ist deshalb die als Olympia-Ersatz im Programm stehende Degen-Team-WM, die Mitte April in Kiew im Programm steht.

Auch im Mannschaftswettbewerb überzeugten die Schweizer in Paris. Mit Siegen gegen Rumänien (24:18), Hongkong (39:36 im Achtelfinal) und Südkorea (41:40 im Viertelfinal) erreichten die Schweizer die Halbfinals, in denen das Team gegen Italien mit 29:45 chancenlos blieb. (si)

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