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«Ich will niemandem auf die Füsse treten»

Südostschweiz
06.04.16 - 16:17 Uhr
Ereignisse

Coole Musik und heisse Schritte sind sicherlich die perfekte Einstimmung auf einen tollen Sommer. Das dachte ich zumindest und sagte spontan zu bei der Aktion «Badehosefigur». Kurz vor meinem ersten Workout zeigte mir Mario dieses Video von Zumbaianerinnen.

Oh mein Gott, dachte ich. Wenn das nur gut kommt. Für mich. Und vor allem für die andern Teilnehmer der Zumba-Gruppe. Zwei Tanzkurse als Erfahrungsschatz. Ob das ausreichen würde? Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Und so blickte ich meiner ersten Lektion gespannt entgegen.

Marcel Niederer vom Fitness Tower Chur machte mir beim Eintrittstest Mut: «Als fortgeschrittener Ausdauersportler wird Philipp mit den zwei Dance-Stunden pro Woche besonders seine koordinativen Fähigkeiten verbessern könne», schrieb er in den Eintrittsbericht.

Der Anfang war aber super. Leicht angespannt wartete ich im Fitness Tower vor dem Saal Montalin. Und ja, ich blieb bis zum Unterrichtsbeginn der einzige Mann. Das heisst fast der einzige. Denn kaum im Unterrichtsraum kam Marino auf mich zu, gab mir freundlich die Hand und brachte seine Freude zum Ausdruck, nicht mehr der einzige anwesende Mann zu sein. Mit 2:25 waren wir krass in Unterzahl.

Viel Zeit, mir Gedanken zu machen, blieb nicht mehr. Es ging gleich los. Beats drangen aus den Boxen und Marino zeigte locker-lässig vor und 25 machten mit. Ich am Anfang noch nicht so ganz. Wenn ich mal im Takt war, folgte schon der nächste Schrittwechsel. Und so suchte ich mir eine Teilnehmerin, der ich – mit möglichst wenig Verzögerung – nachtanzen konnte. Während ich feststellte, dass nicht alle die vorgezeigten Schritte, Drehungen und vor allem auch Armbewegungen fehlerfrei mitmachen konnten, schöpfte ich etwas Mut. Zeit, mich auf andere zu konzentrieren, blieb mir allerdings wenig. Denn sobald ich das tat, fiel ich gänzlich aus dem Rhythmus.

Und sobald ich das Gefühl hatte, es gehe einigermassen, ja dann kam das nächste Lied und damit eine neue Schrittfolge. Meine Grundkondition half mir rein gar nichts. Vielmehr half mir Marino immer wieder! Er kam zu mir nach hinten, korrigierte mich, zählte laut vor, motivierte. Und das taten auch einige Zumbaianerinnen rund um mich herum.

Apropos hinten. Den Platz hinten rechts im Saal suchte ich mir aus in der Hoffnung, dass mich nicht alle im Blickfeld haben würden. Die Hoffnung war unbegründet: Denn nach einer Vierteldrehung entdeckte ich mich im Spiegel – und erschrak. Und erst dann entdeckte ich die Leute hinter mir. Oh Gott ... In der Hoffnung, dass auch sie mich nicht so genau beobachten konnten, weil sie sonst vielleicht auch aus dem Takt hätten fallen können, freue ich mich auf die zweite Lektion. Und da könne ich ruhig noch mehr aus der Hüfte machen, meinte Marino.

Mehr zu unserer Aktion #so_fit gibt es hier...
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