Spitalseelsorger betonen Wichtigkeit von Kirchensteuern
Die katholischen Spitalseelsorger im Kanton Zürich betonen in einem Offenen Brief an den Churer Bischof Vitus Huonder die Bedeutung von Kirchensteuern. Sie distanzieren sich damit vom Churer Generalvikar Martin Grichting, dem das Staatskirchenwesen ein Dorn im Auge ist.
Die katholischen Spitalseelsorger im Kanton Zürich betonen in einem Offenen Brief an den Churer Bischof Vitus Huonder die Bedeutung von Kirchensteuern. Sie distanzieren sich damit vom Churer Generalvikar Martin Grichting, dem das Staatskirchenwesen ein Dorn im Auge ist.
Chur. – Der Churer Generalvikar Martin Grichting hatte unlängst öffentlich erklärt, die staatskirchenrechtlichen Körperschaften verletzten die Religionsfreiheit und die Kirchensteuer sei abzuschaffen. Leider habe er dies getan, «ohne zuvor den Dialog mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern gesucht zu haben», monieren die Spitalseelsorger. Irritiert träten sie deswegen nun selbst an die Öffentlichkeit.
Die seelsorgerliche Betreuung von Kranken und Sterbenden sei eine zentrale Aufgabe der Kirche und für viele Gläubige von grosser Bedeutung. Finanziert wird sie – wie andere Spezialseelsorgen – über die Kirchensteuer. Mit deren Abschaffung wäre ihre Existenz gefährdet. Damit könnte die Kirche «ihre ethischen Anliegen nicht mehr in die Welt der Spitäler und Kliniken einbringen».
Ein «wesentlicher Grundzug von Kirche»
Die katholische Spitalseelsorge ist im ganzen Kanton mit 20 Stellen dotiert. Dass sie einem Bedürfnis entspricht, belegen die Zahlen aus einer Untersuchung von 2010, welche die Seelsorgerinnen und Seelsorger zitieren: Sie führen jährlich 55 000 Gespräche und spenden ausserhalb der Gottesdienste – also etwa am Krankenbett – 2500 Sakramente. Durchschnittlich jeden Tag beziehungsweise jede Nacht ist ein Piketteinsatz gefordert.
Ihre Arbeit verstehen die Spitalseelsorger als Dienst am Menschen – als «Menschendienst im Sinne der biblisch begründeten und gebotenen Nächstenliebe». Dieser sei ein «wesentlicher Grundzug von Kirche». (sda)
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