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Schulpolitik: Bündner Wirtschaft giesst Öl ins Feuer

Die Wirtschaftsverbände fordert Englisch und Französisch als erste Fremdsprachen an Bündner Schulen. Auf Kosten der Kantonssprachen Italienisch und Romanisch.

Südostschweiz
20.11.11 - 07:50 Uhr

Chur. – Wenn es nach dem Willen der Wirtschaft geht, werden in Graubünden die Kantons- künftig nicht mehr automatisch als Fremdsprachen unterrichtet. In einem Schreiben an die Mitglieder des Grossen Rates fordern die Dachorganisationen der Wirtschaft, Englisch im Kanton als erste Fremdsprache einzuführen. Zweite Fremdsprache soll laut dem Schreiben, das der «Südostschweiz am Sonntag» vorliegt, das Französische werden. Heute wird in allen drei Bündner Sprachregionen jeweils eine der anderen Kantonssprachen als erste Fremdsprache erlernt; Englisch ist überall zweite Fremdsprache.

«Langfristig unverantwortlich»

Ihre Forderungen entsprächen der wirtschaftlichen Realität in der Schweiz, schreiben die Wirtschaftsverbände. Das heutige Bündner Schulsystem erschwere für die Bündner Unternehmen die Suche nach geeigneten Fachkräften, mache es aber auch für Bündnerinnen und Bündner schwierig, in anderen Kantonen schulisch Fuss zu fassen. Ein Festhalten am Sonderfall Graubünden sei «langfristig unverantwortlich» und könne für den Kanton «enormen Schaden» zur Folge haben. Der Grosse Rat diskutiert das neue Schulgesetz in seiner nächsten Session im Dezember. (be)

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