Arosa steht wegen Städtepartnerschaft in der Kritik

Ein Treffen des wegen seiner Städtepartnerschaft mit Shangri-La in der chinesischen Provinz Yunnan in die Kritik geratenen Arosa mit Vertretern der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft in Chur verlief ergebnislos.

Der Aroser Gemeindepräsidenten Lorenzo Schmid will nicht aus dem Städtepartnerschaft mit Shangri-La in der chinesischen Provinz Yunnan aussteigen.

Bild: Theo Gstöhl

Arosa. – Beim Treffen hatten Vertreter der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) vom Aroser Gemeindepräsidenten Lorenzo Schmid verlangt, aus dem Partnerschaftsvertrag auszusteigen. Davon wollte Schmid aber nichts wissen. «Wir wissen, worauf wir uns eingelassen haben», sagte Schmid der Nachrichtenagentur sda.

«Wir sind enttäuscht», erklärte Kelsang Gope, Sprecher der GSTF. Beim Treffen habe «faktisch gar nichts» herausgeschaut. Die Tibeterorganisationen werfen der Gemeinde Arosa vor, bei der Städtepartnerschaft «blauäugig» vorgegangen zu sein («suedostschweiz.ch» berichtete). «Momentan zünden sich aus Protest gegen die lebensunwürdige Situation in Tibet Menschen selbst an», schreibt die GSTF.

Zwei Sichtweisen

Laut GSTF-Sprecher Gope ist es das erste Mal, dass ein Schweizer Ort eine Partnerschaft mit einer Stadt auf ehemaligem tibetischem Gebiet eingegangen ist. Shangri-La sei vor dem Einmarsch der chinesischen Volksarmee im Jahre 1950 tibetisches Gebiet gewesen und nun der Provinz Yunnan zugeteilt.

Anders die chinesische Sicht: «Seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist Tibet ein unveräusserlicher Bestandteil des chinesischen Territoriums», schreibt der chinesische Generalkonsul in Zürich, Liang Jianquan, in einem am Donnerstag in der «Südostschweiz» publizierten Leserbrief.

«Lachende Gesichter»

Die Städtepartnerschaft wird am Sonntag im Aroser Sport- und Kongresszentrum mit einem Fest gefeiert. Die Tibeterorganisationen, die GSTF und der Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE), wollen auch zugegen sein und einen Protest abhalten.

Vermeldet worden war die Städtepartnerschaft im Oktober letzten Jahres. Es wurde ein «Letter of Intent» unterzeichnet. Arosa Tourismus schrieb: «Für einmal wurden die Dolmetscher nicht benötigt: Die lachenden Gesichter auf beiden Seiten sprachen eine eigene Sprache und zeigten, wie sich alle über die Partnerschaft, welche längst auch zur Freundschaft geworden war, freuten.» (sda)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 02.02.2012, 18:00 Uhr
  • Webcode: 1349894

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Daniela C.

05.02.2012 03:13 Uhr

Ethische und moralische Verpflichtungen nachkommen und leben

Sehr geehrte Herren

Aufforderungen an folgende involvierte Schluesselpersonen:

@ Pascal Jenny und Herr Lorenzo Schmid

Die Schweiz ist als humanes, soziales und offenes Land bekannt. Sie als Tourismusdirektor und Gemeindepraesident sollten unser Land repraesentieren. Waere es nicht sinnvoller eine Staedtepartnerschaft mit einem Land einzugehen, welche identische Werte wie die Schweiz pflegt?

Italien und Frankreich haben dem Lybischen Diktator aus finanziellen Gruenden den Hof gemacht. Bitte ziehen Sie die Staedtepartnerschaft zurueck. Die Schweiz sollte den gleichen Fehler nicht mit dem chinesischem Regime wiederholen, denn jedes Regime faellt eines Tages!!

@ Songtsen Gyalzur und Ghaden Gyalzur
Zurzeit herrschen in Tibet sehr grosse Misstaende. Tibeter werden erschossen, verschleppt und gefoltert vom chinesichem Regime!! Aus purer Verzweiflung opfern sich sogar Nonnen und Moenche!! Omani padme hung. Und das alles fuer die Freiheit. Sie meine Herren Gyalzurs hatten das Glueck in der wunderschoenen Schweiz, friedvoll und ohne jegliches Leid aufzuwachsen. Ihnen sollten doch Begriffe wie Demokratie, Redensfreiheit, Religionsfreiheit, Menschenrechte etc. bekannt sein.

Waeherend dem in Tibet Menschen misshandelt werden, wollt Ihr am kommenden Sonntag mit Tanz und Gesang auf Ihre Partnerschaft anstossen!! Omani padme hung. Ihre Landsleute fuehlen sich von Ihnen verraten.

Ich appelliere an Ihre Vernunft und fordere Sie auf von diesem Projekt abzusehen. Wenn nicht fuer Ihre Landsleute, wenigstens dann aus Glaube und Respekt gegeueber seiner Heiligkeit dem Dalai Lama. Negatives Karma ist das Ergebnis aus negativer Handlungen.

Auch hier ein herzliches Dankeschoen an Dicky Tethong und Kelsang Gope fuer Ihren unermuedlichen Einsatz. Weiter so!! Boe rangzen.

Ani Tenzin Choekey

Daniela C.

05.02.2012 02:42 Uhr

Omani Padme Hung

Sehr geehrter Herr Fehr

Bitte nehmen Sie sich in Zukunft mehr Zeit zum gruendlich recherchieren. Das tibetische Volk wird seit Jahrzenten vom chinesichen Regime verfolgt und unterdrueckt. Neutrale Informationsquellen wie Radio Free Asia, Reporter ohne Grenzen usw. zeigen die wahre Situation in Tibet auf.

Am kommenden Sonntag findet in Arosa eine Protestaktion des VTJE statt. Dort koennen Sie sich ueber die aktuelle Lage in Tibet informieren und sich mit den Exiltibetern austauschen.

Ein herzliches Dankeschoen an dieser Stelle an Kelsang Gope fuer Dein Engagement.

Freundliche Gruesse
Ani Tenzin Choekey

P.S. Kelsang richte Deiner Schwester einen lieben Gruss von mir Aus.

Friedrich Lorenz

04.02.2012 14:09 Uhr

Und ich hoffe, dass Arosa

standhaft bleibt.
Das fehlte garade noch, dass Exiltibeter vorschreiben, mit wem man Städtefreundschaften eingehen darf - und mit wem nicht.

Wangpo Tethong

04.02.2012 12:41 Uhr

Viva la Grischa!! Viva Svizzera!!

Warum ist Gemeindepräsident Lorenzo Schmid so heiss auf diese vom chinesischen Konsulat eingefädelte Städtepartnerschaft mit "Shangrila"? Es kann doch nicht sein, dass alle Menschen in Arosa das genauso toll finden. Wurde darüber mal abgestimmt?

Warum will man dem chinesischen Generalkonsulat in Zukunft ohne Not so eine Plattform bieten, um seine Sicht zu Sinn und Unsinn von Grossprojekten, zur Lage in Tibet und der Menschenrechte auszubreiten?

Beim SF Bericht bekomme ich das Gefühl, dass Herr Schmid einige dieser Argumente aus Peking mit einer Souveränität vorträgt, ohne sich bewusst zu sein, was er da anrichtet. Da geht doch jede gesunde Distanz zu einem Regime, das weit weit weg von den schweizerischen Grundwerten ist, verloren. Schade und unnötig. Hoffe immer noch, dass Arosa zur Besinnung kommt.

Da kann ich auch nur sagen: Viva la Grischa!! Viva Svizzera!!

Tenzin D.

04.02.2012 00:11 Uhr

detektiv hansruedi

Wow hansruedi fehr. Und jetzt noch 15 minuten recherchieren, was die chin. Besatzungsmacht in Tibet macht. Dann werden sie herr gope's argumente nachvollziehen koennen.

Hansruedi Fehr

03.02.2012 21:51 Uhr

Enthuellungen???? Tibetische Blauäugigkeit!!!!!

Lieber Herr Gope

Wie ich aus dem Zeitungsartikel entnehmen kann, zeigen Sie sich Herr Gope brüskiert und fassunglos über das Arosa/Shangri-La Projekt, was ich leider nicht ganz nachvollziehen kann.... Lasst unseren Lorenzo in frieden!!!

Meine 15 minütige Internetrecherche über Sie haben folgendes zum Vorschein gebracht, was meines erachtens sehr fragwürdig ist:

1. Hauptinitiatoren waren 2 Tibetschweizer Hr. Songtsen Gyalzur sowie Herr Ghaden Gyalzur (gem. Medienmitteilung Arosa Tourismus vom 10.10.11).
Sie werfen uns Schweizern Blauäugigkeit vor, jedoch sind es Ihre eigenen Landsleute (Tibetschweizer), welche das Projekt mit Hilfe von der chinesischen Regierung sowie mit Herrn Pascal Jenni (Tourismusdirektor Arosa) initiert und forciert haben!

-->> Warum wurde in diesem Bericht resp. von GSTF nicht erwähnt, dass es sich hier um Tibetschweizern handelt, welche dieses Projekt initiert haben???

2. Gemäss verschiedenen Medienmitteilungen sind die Initianten des Arosaprojektes Herr S. + G. Gialzur immer offen gegenüber neue Entwicklungs- und Hilfsprojekte in Tibet, was ich persönlich auch sinnvoll finde. Z.B. Ausbau Infrastruktur in Tibet (Zugsverbindung Lhasa-Bejing). Alle Tibet Organisationen in der Schweiz (GSTF, VTJE usw.) kritisieren jedoch jedes Entwicklungs- und Fortschrittsprojekt in Tibet! Sie stellen sich gegen den Fortschritt wie auch in diesem Fall!!!

Die Lage in Shangri-La scheint mir garnicht schlimm zu sein, wieso sollte sonst ein Tibetschweizer (Hr. S. Gialzur) seinen Wohnsitz nach Tibet verlegen (gem. HR-Auszug), wenn es die Hölle auf Erde ist??? Zudem hat auch eine CH-Delegation die Situation vor Ort überprüft.
-->> waren Sie Herr Gope schon mal in Shangri-La?? Geschweige denn in Tibet??

Bevor Sie solche haltlose Vorwürfe erheben, bitte ich Sie vorgängig sich mit Ihren Verwandten/Bekannten abzusprechen! Dank Facebook und anderen Internetmedien ist es ersichtlich, dass die Familie Gope und Gialzur sich anscheinend nahe stehen! Für uns Aussenstehende sieht es danach aus, dass Ihr "ALLE" unter einer Decke steckt!!!

Ich bin mir sicher, dass noch mehr Dreck zum vorschein kommt, wenn ich mal richtig tief graben würde!!

Lasst unseren Gemeindepräsidenten von Arosa in Ruhe!! Viva la grischa!!

Daniel Bürgi

03.02.2012 16:13 Uhr

Politisch korrekt..??

Ich kann den Unmut der GstF über die Städ­te­part­ner­schaft Arosa-Schangri-la gut ver­ste­hen. Jedoch finde ich, Ihre Kri­tik ist nicht ganz rich­tig adres­siert. Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass Arosa so eine Poli­tik bil­ligt, noch will sie diese unter­stüt­zen. Der markt­wirt­schaft­li­che Aspekt ist da das ein­zige Motiv. Und da der Schwei­zer Tour­imus von den aus­län­di­schen Gäs­ten lebt, ist dies für mich eine nach­voll­zieh­bare Über­le­gung. Man darf hier auch nicht ver­ges­sen, dass die Wirt­schaft (auch der Tou­ris­mus in einer klei­nen Gemeinde wie Arosa) ein wich­ti­ges Fun­da­ment der Schweiz ist. Von wel­chem aus Orga­ni­sa­tio­nen in der Schweiz inter­na­tio­nal agie­ren kön­nen. Ich will damit in kei­ner Weise die chi­ne­si­sche Poli­tik recht­fer­ti­gen, sondern aufzeigen, dass es verschieden Blickwinkel auf diese Sache gibt.
Man kann sich aber auch über­le­gen, dass man sich im Zuge die­ser Part­ner­schaft für die Ver­bes­se­rung der Lage der Tibe­ter in die­ser Region bemü­hen könnte? Dies ist für mich, neben der Kün­di­gung der Part­ner­schaft, der ein­zig mög­li­che Akti­ons­ra­dius zuguns­ten der Unter­drück­ten, in wel­chem eine Gemeinde wie Arosa wir­ken kann. Wieder kann man das auch als neuer Zugang sehen zu den dortigen politischen Eliten und als Portal um Forderungen zugunsten der Tibeter zu platzieren...?
Damit komme ich noch zur Adresse der Kri­tik. Ich finde, Sie könn­ten ihre Kri­tik bei ande­ren mäch­ti­ge­ren Akteu­ren anbrin­gen als bei einer Berg­ge­meinde. In der Schweiz sind alle nam­haf­ten Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­tre­ten, die sicher offen sind für ihre Anlie­gen. Und die auch einen län­ge­ren Arm haben, um für Ihr Anlie­gen zu kämp­fen. Auch staat­li­che und inter­na­tio­nale Regime sind hier in der Schweiz sehr gut zugäng­lich.
Für mich hat die Aktion ein biss­chen einen fah­len Nach­ge­schmack. Es macht ein wenig den Ein­druck, dass das für Sie ein medi­en­wirk­sa­mes Fens­ter ist, ihre Kri­tik an China öffent­lich zu platzieren.
Heute wird von der öffentlichkeit sehr viel kritisiert. Leider aber ist der Horizont manchmal etwas eng gefasst. Arosa bemüht sich um neue Gäste aus dem Ausland. In diesem Fall aus China. Im weitesten Sinn setzt sich die Gemeinde somit für den Tourismustandort Arosa ein. Damit verbunden sind zahlreiche Arbeitsplätze in der Region. Angenommen in Arosa blieben die Gäste aus und es müssten Leute entlassen werden, würde man die dortigen Verantwortlichen nicht für ihre "politische Inkorrektheit" kritisieren, sondern ihr fehlendes Engagement für die Arbeitnehmer....

Marcel Zuberbühler

03.02.2012 12:26 Uhr

Arosa ade - schade!

Schade, Arosa als Ferienregion ist für mich gestorben. Wie kann man sich dort entspannen und erholen, wenn man weiss, wie die Einstellung der politisch Verantwortlichen und des Arosa Tourismus ist! Habe gelesen, dass Arosa Tourismus der Meinung ist, dass man das Vergangene vergeben und vergessen soll? Die Ereignisse sind für das tibetische Volk seit über 60 Jahren brutale Gegenwart! Ist weder Hören-Sagen noch Ansichtssache, sondern einfach alltäglicher Wahnsinn und leider immer wieder in den Nachrichten zu sehen! In der Schweiz wissen wir gar nicht, was die freie Meinungsäusserung bedeutet ...

Karin Rüegg-Schlotthauber

02.02.2012 19:06 Uhr

Blauäugigkeit von Arosa

Sehr geehrter Herr Schmid
Ich kann dazu nur sagen:" Schade, schade, schade!" Zeigen Sie wenigstens am 10. März Flagge!

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