3700 Unterschriften für «Nur eine Fremdsprache»
In fünf Monaten hat das Initiativkomitee «Nur eine Fremdsprache in der Primarschule» mehr als 3700 beglaubigte Unterschriften gesammelt. Am Mittwoch wurden sie Kanzleivizedirektor Walter Frizzoni übergeben.
In fünf Monaten hat das Initiativkomitee «Nur eine Fremdsprache in der Primarschule» mehr als 3700 beglaubigte Unterschriften gesammelt. Am Mittwoch wurden sie Kanzleivizedirektor Walter Frizzoni übergeben.
Chur. – Anlässlich der Übergabe der Unterschriftenbogen an Walter Frizzoni, Vizedirektor der Standeskanzlei Graubünden, zeigte sich der Klosterser Lehrer Jöri Luzi begeistert von der Unterstützung, welche die Initianten in den letzten Monaten in der Bevölkerung erfahren hatten. «Quer durch alle Bevölkerungsschichten und unabhängig von politischen Lagern in den verschiedenen Regionen haben wir hauptsächlich von Eltern mit schulpflichtigen Kindern Unterschriften gesammelt.»
Der Tenor der Eltern sei eindeutig: zu viele Kinder seien mit zwei obligatorischen Fremdsprachen überfordert. Auch die Dachorganisation der Schweizer Lehrer habe vor kurzem im Rahmen der Diskussion um den Lehrplan 21 der zweiten obligatorischen Fremdsprache in der Primarschule den Kampf angesagt.
Nichts gegen den Bündner Sprachfrieden
Der Initiative werde zu Unrecht vorgeworfen, sie wolle den Sprachenfrieden in Graubünden gefährden, meinte Grossrat Ludwig Caluori aus Domat/Ems. Ziel der Initiative sei es, die Kompetenz der Kinder in der Muttersprache und in der Frühfremdsprache zu stärken und die Primarschule ein wenig von der Sprachenlastigkeit zu befreien. Die Bedeutung der italienischen Sprache für Graubünden sei unbestritten wie die Tatsache, dass ab Oberstufe wie bisher Italienisch für deutschsprachige Schulen und Englisch für romanisch- und italienischsprachige Schulen als Fremdsprachen unterrichtet wird.
Das als Gesetzesinitiative ausgestaltete Vorhaben wird nun von der Regierung geprüft. Sie kann dem Grossen Rat einen Gegenvorschlag unterbreiten. Die Abstimmung über diese Initiative, die auch auf ihre Rechtsgültigkeit überprüft wird, dürfte vermutlich 2015 stattfinden. (so)
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