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Bundesrat setzt sich an den Spieltisch

Die Casinos im Kanton Graubünden sind erfreut über die vom Bundesrat gewährte Erleichterung. Dennoch ist das Casino in Davos jenes mit dem niedrigsten Bruttospielertrag.

Nicht mehr viele Gäste kommen der Aufforderung «Faites vos jeux» nach. Archivbild

Die 21 Spielbanken in der Schweiz erzielen sehr unterschiedliche Bruttospielerträge (BSE). Die Bandbreite reichte 2015 von 72,6 Millionen Franken in Montreux bis knapp 2,0 Millionen in Davos. Den Bergcasinos will der Bundesrat nun die Existenz erleichtern. Die Bündner Casinos in Davos und St. Moritz hatten von Anfang an wirtschaftliche Probleme. Auch Arosa erhielt seinerzeit eine Konzession, musste aber ein Jahr später (2003) schliessen.

Nun sollen die Bündner Casinos das personalintensive Tischspiel nur noch während drei Monaten in der Hochsaison des Winters anbieten müssen. Während 270 (bisher 60) Tagen können sie darauf verzichten.

Die Geldspielautomaten generieren allgemein wesentlich höhere Erträge; sie partizipieren im Mittel am BSE mit über 80 Prozent. Die neue Bestimmung tritt im März 2017 in Kraft, wie Maria Saraceni von der ESBK auf Anfrage erklärte.

Beide Casinos sind erfreut über die vom Bundesrat gewährte Erleichterung. Kai Läpple, Direktor des Casinos Davos, sagte, in der Nebensaison wiege der Ertrag aus dem Tischspiel die höheren Personalkosten nicht auf. Er legte sich auf Anfrage aber nicht fest, ab wann man von der Massnahme Gebrauch machen will.

Steuererleichterungen?

Auch Carmen Haselwanter vom Casino St. Moritz spricht im Zusammenhang mit der gewährten Erleichterung von einer «sehr positiven Entwicklung». Sie wäre aber froh, wenn auch steuerliche Entlastungen gewährt würden, da man das Angebot weiterhin möglichst attraktiv halten möchte. Einen belebenden Effekt erhofft sie sich sich im Februar von der Ski-WM.

Die Probleme für Casinos in Tourismusorten sind nicht neu. Zermatt musste bereits 2003 wieder schliessen; Engelberg verzichtete von vornherein auf die Nutzung der erteilten Konzession. Ganz offensichtlich ist der wohlhabende Feriengast, der leichten Sinnes beim Roulette hohe Summen wagt, eher eine Figur aus dem 19. Jahrhundert.

Alle Casinos spürten den Wandel; der gesamtschweizerische BSE sank von über einer Milliarde auf 681 Millionen Franken im letzten Jahr. Davon gehen 272 Millionen an die AHV.

Konzessionserneuerungen 2022

Was der sehr unterschiedliche Geschäftsgang der Casinos im Hinblick auf die Konzessionserneuerung im Jahr 2022 bedeutet, lässt sich heute noch nicht abschätzen.

Anfang 2000 traf der Bundesrat eine Auswahl aus über 60 Bewerbern. Nach über 100 Jahren hatte das Volk 1993 das Verbot für Spielbanken mit Grand Jeu deutlich aufgehoben. 2002 nahmen die ersten Casinos nach neuem Recht den Betrieb auf. Das Casino Bad Ragaz wurde vor gut drei Jahren gesamterneuert. Und auch im Fürstentum Liechtenstein gibt es die Idee eines Casinos – eröffnet ist es aber nach wie vor nicht. (sda/so)

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