×

Neuer Glanz für den Kulm Eispavillon

Dreissig Jahre lang befand sich der legendäre Kulm Eispavillon im Dornrösschenschlaf. Mit Hilfe von Star-Architekt Lord Norman Foster ist er nun wieder erwacht

Südostschweiz
30.01.17 - 05:00 Uhr
Ereignisse
Das Ergebnis von acht Monaten Renovierungsarbeiten: Das Kulm Eispavillon. Bild Mayk Wendt
Das Ergebnis von acht Monaten Renovierungsarbeiten: Das Kulm Eispavillon. Bild Mayk Wendt

Sie waren alle am Freitagabend gekommen, um das Ergebnis von acht Monaten Renovierungsarbeiten zu sehen: die Spitzenköche Andreas Caminada und Daniel Humm, der Galerist Vito Schnabel, der «Dolder»-Eigentümer Urs E. Schwarzenbach und allen voran der Star-Architekt Lord Norman Foster. Schliesslich erfolgte die 12 Millionen teure Renovation unter seiner Leitung. Foster lebt temporär in St. Moritz, hat hier seine berühmte Chesa Futura erbauen lassen. «In diesem Sinne bin ich Teil der Dorfgemeinschaft», erklärte der Brite.

Den Kulm Eispavillon habe er vorher gekannt, allerdings als verschlossenes und verhülltes Gebäude. Der Eispavillon war seit 1988 ungenutzt. «Die Herausforderung bestand darin, das Gebäude authentisch, dem Original getreu zum Leben zu erwecken und dennoch den modernen Standard anbieten zu können», erklärte der Star-Architekt. Das Projekt realisierte er gemeinsam mit dem Schweizer Architekten Andy Küchel. 200 Personen waren involviert, 3000 Kilo Stahl und einige Tonnen Holz wurden verwendet.

Ein zentraler Ort der Begegnung

Für Foster und auch für Kulm-Direktor Heinz E. Hunkeler ist der Eispavillon weit mehr als nur ein Gebäude. «Es geht darum, diesen Ort, die Geschichte und das Tal zu zelebrieren», erläuterte Foster. Der Eispavillon wurde 1904 eröffnet und gilt als Andenken an die Olympischen Winterspielen 1928 und 1948. Damals war er Hauptquartier der Eislauf-Athleten und ein Treffpunkt zum Schlittschuhlaufen, Curling und Eishockey spielen. «Es war ein Treffpunkt für Einheimische und die High Society, ein Ort der Begegnung», erzählte Hunkeler. Zahlreiche Schwarz-Weiss-Fotografien an den Wänden des Kulm Country Clubs im ersten Stock und in der Bar und Lounge im Erdgeschoss erinnern an die glanzvollen Zeiten, als Königsfamilien und berühmte Persönlichkeiten in St. Moritz zu Gast waren.

Sogar ein Originalbild von Charlie Chaplin hängt heute im Country Club. Vor einigen Jahren wollte die Kulm-Direktion gemeinsam mit der Gemeinde im Eispavillon ein St. Moritz Swiss Olympic Museum einrichten. Damals scheiterte das Vorhaben an der Urne ganz knapp. Jetzt ist das renovierte Gebäude nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich, sondern es ist auch reich mit historischen Objekten bestückt: alte Cresta-Schlitten, Pokale und Zinnbecher in den Vitrinen, historische Curlingsteine in den Nischen. (fh)

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Ereignisse MEHR