Der Teufel ist ein Weichei
Willkommen im Himmel. Im neuen Stück der Global Players an der Klibühni in Chur geht es um die Absurditäten der Religionen. Highlight ist die Balletteinlage von einem, der gar nicht tanzen kann.
Willkommen im Himmel. Im neuen Stück der Global Players an der Klibühni in Chur geht es um die Absurditäten der Religionen. Highlight ist die Balletteinlage von einem, der gar nicht tanzen kann.
So schlimm war es doch gar nicht, das Sterben. Man musste einfach am Dienstagabend in der Churer Altstadt die Treppen hinaufsteigen in den Theatersaal der Klibühni. Den offenbar schaurig überlasteten lieben Gott traf man dort allerdings nicht an. Sie wissen schon – Syrienkrieg, Flüchtlingskrise, Brexit, Trump.
Der Hausherr hat mit seiner aus den Fugen geratenen Schöpfung derzeit alle Hände voll zu tun. Über Handy liess er mitteilen, man möge doch schon mal ohne ihn anfangen. Das taten die Global Players dann auch. Das neue Stück der Multikulti-Truppe aus Chur, welches am Dienstag Premiere feierte, hatte noch mehr Überraschungen parat.
Das Sagen im Himmel der Klibühni hat die patente Chefsekretärin (Tamara Kljajic). Ihre offizielle Stellenbeschreibung ist Schutzengel und Souffleuse. Aber eigentlich möchte sie den Laden selbst übernehmen.
Auf jeden Fall ist sie es, welche das Gipfeltreffen der Weltreligionen eingefädelt hat. An der Dame kommt keiner vorbei; auch der Teufel (Morris Meyer) nicht, der sich im Laufe der Show als ziemliches Weichei entpuppt.
Die Engel-Souffleuse dirigiert den Reigen der Vertreter aller möglichen Glaubensrichtungen, die in rascher Folge ihre zum Teil ziemlich schrägen Auftritte haben. Die Gurus, Meister und Propheten entlarven sich selbst auf meist sehr originelle Weise.
Hinreissend komisch
Was die Global Players in der Klibühni entfalten, ist kein Kabarett, bei dem jeder verbale Stoss sitzt. Worauf man sich bei den Laienschauspielern und ihren professionellen Coaches einlässt, ist eher eine lustvolle Revue im Stil der frühen Monty Pythons. Das kann durchaus mal bissig sein, zum Teil bizarr und manchmal auch mit einem Schuss Melancholie.
Die meisten der Mitwirkenden spielen gleich eine ganze Handvoll von Rollen und es ist beachtlich, wie die Neu-Bündner, welche zum Teil erst seit Kurzem im Kanton leben, die nicht ganz einfachen Texte meistern.
Manchmal braucht es aber auch keine Worte, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der indische Tempeltanz des aus Kroatien stammenden Petar Vrdoljak geriet an der Premiere zu einem hinreissend komischen Kabinettstückchen. Für ihn galt besonders, was auf alle Darsteller zutrifft: Gerade weil er kein Profi ist, berührte sein mutiger Auftritt umsomehr.
«Spirit Us». Nächste Aufführungen: Freitag, 31. März, 20.30 Uhr; Samstag, 1. April, 20.30 Uhr; Sonntag, 2. April, 18 Uhr; Freitag, 7. April, 20.30 Uhr; Samstag, 8. April, 20.30 Uhr; Sonntag, 9. April, 18 Uhr. Klibühni, Chur.
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