Jetzt regnets - aber richtig!
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Die intensivste Niederschlagsphase wird weiterhin am Donnerstagabend sowie in der Nacht auf Freitag erwartet. Bis Freitag 8 Uhr muss insbesondere in den alpenkammnahen Gebieten von der Gotthardregion über die Surselva bis ins Hinterrheingebiet mit anhaltenden und intensiven Niederschlägen bei Gesamtmengen von 80 bis 120 Millimeter gerechnet werden. Möglicherweise wird die Schneefallgrenze in den Gebieten mit den intensivsten Niederschlägen auf gegen 1500 Meter sinken.
Aufgrund der nassen Witterung der letzten Wochen in Kombination mit der Schneeschmelze sind die Böden und der tiefere Untergrund bereits stark gesättigt. Mit dem Dauerregen ist es möglich, dass in Bachgerinnen Murgänge abgehen und sich aus steilen Hängen spontane Rutschungen oder Hangmuren ereignen.
Die voraussichtlich betroffenen Gemeinden wurden bereits am Donnerstag gewarnt und treffen die möglichen Vorbereitungen zur Schadenabwehr. Die in dieser Warnung erwähnten Verhaltensempfehlungen sind nach wie vor gültig.
Ãbertriebene Warnung in Glarus
Auf der Fachstelle Naturgefahren des Kantons Glarus laufen am Donnerstagnachmittag die Telefone heiss, nachdem verschiedene Onlinemedien in der Schweiz gewarnt haben: «Glarner, bleibt zu Hause!» Es sei gefährlich, jetzt noch auf offener Strasse unterwegs zu sein, heisst es etwa beim «Tages-Anzeiger».
Wie Fachstellenleiter Jürg Walcher gegenüber der «Südostschweiz» erklärt, ist diese Warnung übertrieben: «Es gibt kein Ausgehverbot», sagt er.
Linth könnte über die Ufer treten
Allerdings sei es aufgrund der Prognosen zu erwarten, dass die Linth im Laufe der Nacht stellenweise über die Ufert tritt, sagt Walcher. Die Feuerwehren bereiten sich auf die Situation vor und montieren ab dem Abend Hochwassersperren und sperren Wege entlang der Linth ab.
Auch Bäche könnten in der Nacht über die Ufer treten oder es könnte zu Rutschungen kommen. Die Fachstelle Naturgefahren warnt davor, sich während der Nacht in der Nähe von Bächen oder an steilen Hängen aufzuhalten. Mehr aber auch nicht.
Ein Regenbogen von Chur aus in Richtung Domat/Ems am Donnerstagmorgen. Bild Samuel Rosenast
«Am Donnerstag wehte teilweise der Föhn. Deshalb gab es blaue Fenster und sonnige Abschnitte. Aber der Föhn kann auch heftige Gewitterzellen aufbauen, welche sich dann andernorts entleeren», sagte Ralph Rickli von Meteotest auf Anfrage. Wo genau das sein wird, kann der Prognostiker nicht sagen: «Die Bandbreite ist gross. Es kann dann aber dramatisch schütten», so Rickli. «Zurzeit ist die Ruhe vor dem Sturm!»
Den Prognosen zum Trotz hat am Donnerstagnachmittag die sechste Etappe der Tour de Suisse von Weesen über Schwyz und Glarus nach Amden stattgefunden. Auf dem Klausenpass auf 2000 Meter regnete es. Für die Abfahrt warnte Radiotour vor starkem Nebel.
Nasses Wetter gehört denn laut Jolanda van de Graaf auch zum Radsport. Bei einem allfälligen Erdrutsch oder Geschiebe auf den zu befahrenden Strassen würden aber Notfallpläne ergriffen, so van de Graaf weiter. Aber solange die Fahrer und der Tross «nur» nass und nicht gefährdet werden, werde die Tour rollen gelassen.
.@Toshvds and @pimligthart in the break at #tourdesuisse, passing the top of the Klausenpass in heavy rain. pic.twitter.com/lGr4hRgzNG
â Lotto Soudal (@Lotto_Soudal) 16. Juni 2016
Zwischen Mittag und Mitternacht
Gemäss Meteotest wird der sogenannte «Hauptrausch» des Regens zwischen Donnerstagmittag und Mitternacht erwartet. «Die Gefahrenstufen, welche am Donnerstag ausgerufen wurden, sind ernst zu nehmen.»
Die Gefahrenkarte von 15.01 Uhr. Quelle meteoschweiz.ch
Hochwasser erwartet
Weiter erklärt Rickli: «Vor allem der Abfluss der Linth kann drastisch ansteigen.» Aber auch im Kanton Graubünden werden Ãberschwemmungen und Rutschungen erwartet.
Seit Donnerstag warnen die Kantone Graubünden und Glarus deshalb davor, sich in der Nähe von Gewässern aufzuhalten. Auch soll man sich während des Starkregens nicht ausserhalb des Siedlungsgebietes aufhalten.
Bündner Gemeinden bereiten sich nicht speziell vor
Wie Recherchen von TV Südostschweiz ergeben haben, sehen die Bündner Gemeinden und auch die RhB die Unwetterwarnungen nicht so eng. Diverse Verwantwortliche erklärten am Telefon, dass keine speziellen Massnahmen geplant sind.
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