The Voice of Germany: Schweizer Gesangslehrer Janis muss plötzlich selbst abliefern
Normalerweise bereitet Janis Thommen andere Sänger auf ihre Auftritte vor. Am Samstag steht der Schweizer Vocal Coach selbst auf der «The Voice of Germany»-Bühne – und spürt besonderen Druck.
Für seine Schülerinnen und Schüler ist Janis Eric Thommen normalerweise derjenige, der weiss, was zu tun ist. Der 25-jährige Schweizer arbeitet als Vocal Coach, Sänger und Gesangslehrer. Er erklärt anderen, wie sie ihre Stimme einsetzen und mit schwierigen Situationen auf der Bühne umgehen können. Am Samstagabend werden die Rollen vertauscht.
Als Vocal Coach plötzlich selbst unter Druck
«
Ich glaube, da macht man sich schon einen gewissen Druck»
erzählt Thommen im Gespräch mit der «Südostschweiz».
Dass er beruflich mit Stimmen arbeitet, macht die Blind Audition für Thommen nicht unbedingt einfacher.
Wer nach aussen trage, Gesangslehrer zu sein, wolle schliesslich auch zeigen, dass er das selbst umsetzen könne, was er anderen beibringe. Gleichzeitig weiss der Schweizer aus eigener Erfahrung, dass auch bei Profis nicht immer alles perfekt läuft.
Genau diese Einstellung versucht er auch seinen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Eine Stimme sei schliesslich kein Instrument, das an jedem Tag exakt gleich funktioniere.
Für Thommen ist der Auftritt damit mehr als nur die Chance, eine Runde weiterzukommen: Er präsentiert sich vor einem Millionenpublikum auch als Sänger und Vocal Coach.
Seine Eltern bringen ihn zu «The Voice»
Dabei wäre Thommen beinahe gar nicht bei der Castingshow gelandet.
Schon vor mehreren Jahren hatte der aus Basel-Landschaft stammende Schweizer sich bei «The Voice of Switzerland» beworben. Damals klappte es nicht. Seine Stimme und Technik seien zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht auf dem heutigen Niveau gewesen, sagt er rückblickend. Jahre später waren es vor allem seine Eltern, die ihn zu einem neuen Versuch bewegten.
Thommen beschreibt sich selbst als eher introvertierten Menschen. Er sei keiner, der nach vorne presche und allen zeigen wolle, was er könne. Seine Eltern würden ihn deshalb manchmal regelrecht dazu bringen, seine Komfortzone zu verlassen.
Nach seinem abgeschlossenen Musikstudium überzeugten sie ihn schliesslich, Videos für «The Voice of Germany» einzuschicken.
Einige Wochen beziehungsweise Monate später kam die Einladung zur letzten Auswahlrunde nach Berlin – und danach zur Blind Audition.
Mit diesem besonderen Song tritt Janis an
Für seinen grossen Auftritt sitzt Thommen nicht nur am Mikrofon. Er begleitet sich selbst am Klavier.
Singen wird er «Hymne à l'amour» von Édith Piaf. Den Song hatte er bereits für seine Bewerbung aufgenommen. Die Produktion entschied sich später dafür, genau dieses Stück auch für seine Blind Audition auszuwählen.
Für die Kandidaten bedeutet das intensive Vorbereitung. Der Song wird für den TV-Auftritt gekürzt, anschliessend geht es mehrfach nach Berlin. Vocal Coaching, Outfit, Maske und Proben mit der Band gehören laut Thommen zum Ablauf.
Und dann kommt der Moment, auf den alles hinausläuft.
«Was, wenn etwas nicht nach Plan läuft?»
Vor rund 600 Menschen im Studio zu singen, machte Thommen dabei erstaunlicherweise am wenigsten Angst.
Vielmehr beschäftigte ihn die Frage, was passiert, wenn auf der Bühne etwas anders läuft als geplant. Der 25-Jährige bezeichnet sich selbst als Menschen, der gerne vorbereitet ist. Selbst bei seinen eigenen Konzerten überlegt er sich vorher, was er zwischen den Songs sagen möchte. Ganz spannend findet er auch die Konstellation, dass er während seines Auftritts die Reaktionen der Coaches nicht sieht.
Für «The Voice» ging seine Vorbereitung sogar noch weiter: Weil die Produktion wusste, dass er eigene Musik schreibt, überlegte sich Thommen im Vorfeld, welchen eigenen Song er singen würde, falls ihn einer der Coaches spontan dazu auffordert.
Seine wichtigste Regel für die Blind Audition war am Ende aber eine andere: Passiert ein Fehler, nicht zurückschauen – sondern weitermachen.
Ob diese Vorbereitung reicht und sich einer der berühmten roten Stühle für den Schweizer dreht, zeigt sich am Samstagabend.
«The Voice of Germany» mit Janis Eric Thommen läuft am Samstag, 19. September, ab 20.15 Uhr auf ProSieben und im Stream auf Joyn.