Erfolgreiche vs. gewöhnliche Teams
Der Autor Daniel Coyle beschreibt in seinem Bestseller «The Culture Code» ein Experiment, das Hinweise bietet, wie ein erfolgreiches Team entsteht. Dafür entwickelte der Ingenieur Peter Skillman vor einigen Jahren die «Marshmallow Challenge». Für diese Teambildungsübung erhielten vier Studenten der Elite-Universität Stanford sowie vier Kindergärtner zwanzig Spaghetti-Stäbchen, ein Marshmallow, einen Meter Klebeband sowie einen Meter Schnur. Daraus mussten sie in einer begrenzten Zeit einen möglichst hohen Turm bauen. Zur grossen Überraschung gewannen die Kindergärtner den Wettbewerb überlegen. Wie war das möglich?
Eigenschaften erfolgreicher Teams
Die Studenten begannen die Aufgabe, indem sie die Übung analysierten, Strategien entwickelten und ihre Position in der Gruppe zu sichern versuchten. Irgendwann verfolgten sie gemeinsam eine Strategie, die sich später allerdings als bedingt optimal erwies.
Die Kindergärtner hingegen verloren keine Zeit, standen nahe zusammen und begannen direkt mit experimentieren und bauen. Funktionierte eine Strategie nicht, probierten sie sofort die nächste aus. Mit diesem Verfahren entwickelten sie schnell eine zielführende Bauart. Hierarchien und Rollen hatten keine Bedeutung – Nähe, kreative Herangehensweise und Zusammenarbeit auf Augenhöhe führten zum Erfolg.
Die Studenten brachten als Individuen zwar überlegene Fähigkeiten mit, waren jedoch in der Interaktion, im Teamgeist und in der Herangehensweise unterlegen. Das Status-Denken hinderte sie daran, ohne zu zögern an die Sache heranzugehen und das gemeinsame Ergebnis über die eigenen Interessen zu stellen.
Die Kindergärtner funktionierten als netzwerkartige Einheit Schulter an Schulter, ohne Rolle und Status klären zu müssen. So lösten sie die Aufgabe mit hoher Energie und viel Spass schnell, flexibel und zielführend.