Zum Jubiläum Ausserirdische, Mumien und Kriegshandwerk
Nebst seinem 150-jährigen Jubiläum feiert das Rätische Museum in Chur dieses Jahr auch die gemeinsamen Wurzeln mit dem Bündner Natur- und dem Bündner Kunstmuseum, wie das Museum mitteilt. Diese beiden Institutionen sind Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Rätischen Museum hervorgegangen. Alle drei Museen widmen dem Gründungsjahr je eine Ausstellung. Das Rätische Museum eröffnet seine am 8. Juni.
Alltägliches und Prunk
Im Stil einer «Wunderkammer» werden 150 Objekte präsentiert, eines für jedes Jahr seit der Eröffnung 1872, wie das Museum schreibt. «Unter diesen Objekten befinden sich scheinbar belanglose Gegenstände, aber auch spektakuläre Sammlungsstücke wie die Mumie der Ta-di-Isis, an die sich viele Museumsbesucherinnen und -besucher noch von früheren Ausstellungen her erinnern», sagt Museumsdirektorin Andrea Kauer Loens. «Gemeinsam bilden sie nicht nur die Breite und Vielfalt der Sammlung ab – sie geben auch zahlreiche anekdotische Einblicke in die Geschichte unseres Kantons und seines ältesten Museums.» Begleitet wird die Ausstellung durch eine theatralische Führung unter der Leitung der Regisseurin Eva Roselt. Sie betrachtet das Museum mit einem Augenzwinkern aus ganz spezieller Perspektive – aus der Sicht von Ausserirdischen.
Bündner Handwerker des Kriegs
Jahrhundertelang zogen Bündner für fremde Mächte in den Krieg, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf Reichtum oder Abenteuer, wie es in der Mitteilung heisst. Diesen Schicksalen widmet das Rätische Museum die Sonderausstellung «Beruf: Söldner. Bündner in fremden Diensten», welche am 22. April beginnt. Wohin auf der Welt hat es die Söldner verschlagen, was haben sie dort erlebt und sind sie als gemachte Männer nach Hause zurückgekehrt? Die Ausstellung beleuchtet das Kriegsgeschäft aus sozialgeschichtlicher und wirtschaftlicher Perspektive. Kurator Jürg Spichiger und Gestalter Beat Stalder haben die Ausstellung, die bereits im Nidwaldner Museum zu sehen war, für Graubünden überarbeitet.