Zwar tauchten bereits 1873 die ersten Ski in Davos auf. So richtig bekannt wurde das Skifahren jedoch erst gut 20 Jahre später. Die Davoser Brüder Johannes und Tobias Branger, eifrige Leser des österreichischen Skipioniers Matthias Zdarsky, begannen 1893 mit ihren Bergtouren auf Ski. Ein Jahr später brachten sie Sir Arthur Conan Doyle ihre Technik bei. Wie beim Schlitteln waren es auch beim Skifahren Einheimische, welche die Briten dazu motivierten, die Technik der jeweiligen Sportart zu erlernen und in Wettkämpfen zu verfeinern. Die Brüder Richardson brachten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Telemark- und den Christiana-Schwung nach Davos und läuteten damit eine neue Ära ein. Ihre bedeutenden Skilehrbücher und Tourenempfehlungen gaben Davos als Skiparadies schlechthin wieder – mit der Folge, dass 1903 der erste britische Skiclub gegründet wurde. Im Laufe der Jahrzehnte wurde neben dem Skifahren dank der Bolgenschanze auch das Skispringen populär. Und die bekannte längste Skiabfahrt von Parsenn nach Küblis wurde zu einem eigent lichen Renner.
Einer der wichtigsten Meinungsmacher, wenn nicht zu sagen eine Ikone, war der englische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle. Als er der Krankheit seiner Gattin wegen im Herbst 1893 nach Davos kam, war er nicht nur seiner Sherlock-Holmes-Romane wegen bereits eine internationale Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Conan Doyle war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein begeisterter und multitalentierter Sportler. Insbesondere das Schneeschuhwandern sowie das Skifahren hatten es ihm angetan. Die Gebrüder Branger brachten ihm die richtige Technik bei. Conan Doyle erwies sich dabei als so talentiert, dass er zum Erlernen der Techniken wesentlich weniger Zeit brauchte als die meisten anderen. So kam es, dass der Schriftsteller sich zusammen mit den Branger-Brüdern auf Skitouren begeben durfte. Der Bericht, den er darüber im Dezember 1894 im renommierten «Strand Magazine» veröffentlichte, löste international ein grosses Echo aus.
Kein Wunder, denn der Bericht «An Alpine Pass on Ski», unter dessen Titel Conan Doyle die Erlebnisse auf seiner Wintertour von Davos über die Maienfelder Furgga nach Arosa beschrieb, war derart unterhaltsam und fesselnd geschrieben, dass man nicht anders konnte, als ihn zu Ende zu lesen. Anschaulich und auf zum Schmunzeln anregende Weise brachte er der Leserschaft das Skifahren und das Erlernen seiner Techniken näher. Den zweiten Teiler der Erzählung widmete er der eben erwähnten Tour. Er beschrieb die Strapazen, und Gefahren, aber auch die Naturschönheiten. So meinte er etwa, dass man einen so schönen Sonnenuntergang wie in den Davoser Bergen sonst nur in der Karibik miterleben könne. Sieben Stunden brauchten die Gebrüder Branger und Sir Arthur Conan Doyle, um die Strecke nach Arosa zu bewältigen – wobei sich offenbar einer der Davoser Brüder auf der Abfahrt den Knöchel verstaucht haben musste. Zum Schluss konnte der berühmte Schriftsteller eine gewisse Schadenfreude nicht verhehlen, als er erwähnte, dass die Leute mit den Operngläsern eben die Hänge ob Arosa nach dem skifahrenden Trio absuchten, derweil dieses bereits in einem Aroser Restaurant am Essen war. Wenn man ein neues Experiment auf den Ski versuche, könne man dies sehr gut ohne Publikum tun, meinte Sir Arthur Conan Doyle zum Schluss. Dieser Bericht war natürlich beste Werbung für den Wintersport, und in der Folge stieg das bereits vorhandene Interesse an Davos stark an.