Zürcher Stadtrat will keine Velo-Fussstützen wie in Kopenhagen
Der Zürcher Stadtrat will sich die Velo-Stadt Kopenhagen nicht in jeder Hinsicht zum Vorbild nehmen. Er lehnt Fussstützen und Haltevorrichtungen an Kreuzungen ab. Diese seien den Fussgängerinnen und Fussgängern im Weg.
Kopenhagen gilt als grosses Vorbild in Sachen Veloverkehr. Doch der Zürcher Stadtrat will nicht alles übernehmen, was aus Dänemark kommt. Der Stadtraum solle allen Menschen offenstehen. «Fussstützen und Haltegeländer für Velofahrende an Lichtsignalen widersprechen diesem Grundsatz», begründet der Stadtrat seine Ablehnung in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage.
Konkret seien Fussstützen ein Problem für Fussgängerinnen und Fussgänger. Denn sie würden auf Trottoirs angebracht, was den knappen Platz weiter beschränke. Der Stadtrat erinnerte daran, dass die Installationen insbesondere für seh- und gehbehinderte Personen ein Hindernis darstellten könnten.
Er ist zudem der Meinung, dass es in der Veloförderung dringlichere Aufgaben zu lösen gebe als das Montieren von Stützen und Haltegeländern – etwa der Ausbau der Velovorzugsrouten.
Fussstützen bei «Velosäcken» kontraproduktiv
Die Fussstützen würden auch der städtischen Strategie an den Ampeln widersprechen. «Sobald das Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt ist, könnten sich die Haltegeländer und Fussstützen kontraproduktiv auf das erwünschte Verkehrsverhalten wirken», schreibt er. Und Rechtsabbieten bei Rot ist an immer mehr Kreuzungen gestattet.
Ebenso sind immer mehr «Velosäcke» zu sehen. Diese Velo-Wartezonen werden vor der Haltelinie für den restlichen Verkehr eingezeichnet. Velofahrerinnen und -fahrer können sich so nebeneinander hinstellen. «Die Velofahrenden würden sich bei Fussstützen und Haltegeländern nicht wie gewünscht nebeneinander in den Velosäcken, sondern hintereinander auf der Strasse aufreihen.»