Zürcher Kantonsräte wollen Antworten zu Nachtflügen
Der Streit um Spätstarts und die Verspätungsregel am Flughafen Zürich beschäftigt die Kantonspolitik. Zwei Kantonsratsmitglieder haben nun eine Anfrage an den Regierungsrat eingereicht. Sie wollen wissen, wer diese späten Flüge aus welchen Gründen bewilligt.
Die beiden Ratsmitglieder David Galeuchet (Grüne, Bülach) und Ivo Hasler (SP, Dübendorf) wollen vom Regierungsrat wissen, ob das Zeitfenster für den Verspätungsabbau nach dem regulären Betriebsschluss ordnungsgemäss genutzt wird oder ob systematische Fehlnutzungen vorliegen.
Sie verlangen vom Regierungsrat deshalb eine «umfassende Aufklärung der Bewilligungs- und Kontrollpraxis». Sie wollen wissen, wie viele Abflüge und Landungen nach 23 Uhr stattfinden und was die konkreten Gründe dafür sind. Zudem fordern sie Auskunft darüber, wer diese Sonderbewilligungen im Einzelnen erteilt.
Ein weiterer Punkt der Anfrage betrifft die Aufsicht: Die Kantonsräte wollen auch wissen, ob die Regierung einen Missbrauch der Regelung feststellt. Sie hinterfragen zudem die Transparenz bei der Veröffentlichung von Flug- und Lärmstatistiken.
Lärmgegner werten Daten aus
Auslöser der Diskussion war eine Mitteilung des Vereins «Fair in Air» von Montag. Der Verein hatte Flugdaten der Sommermonate Juni und Juli ausgewertet. Dabei stellte er fest, dass «an allen ausgewerteten Tagen Starts und Landungen» nach 23 Uhr stattfanden.
Laut Betriebsreglement endet die reguläre Betriebszeit um 23.30, wobei die letzte halbe Stunde ausschliesslich dem Abbau unvorhergesehener Verspätungen dient.