XXL-Fussball-WM bringt Schweizer Wirtschaft nur begrenzten Schub
In einem Monat ist Anpfiff: Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko schiebt auch die Schweizer Wirtschaft spürbar an. Allerdings nicht in dem Ausmass, das die grösste WM der Geschichte mit einem Rekord an Spielen erwarten lassen würde.
Obwohl das Turnier mit 48 Teams und 104 Spielen deutlich grösser ausfällt als die letzte Weltmeisterschaft mit bloss 64 Partien, erwarten Ökonomen in diesem Jahr keinen massiv stärkeren Effekt auf das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP). Der Grund: Der Fifa-Effekt fällt inzwischen weniger stark ins Gewicht, weil immer mehr internationale Sportgrossanlässe stattfinden. Dies relativiert die Auswirkungen des Fussball-Monsterturniers.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher des KOF Instituts der ETH Zürich dürfte die WM das Schweizer BIP-Wachstum 2026 um rund 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte erhöhen. «Der Effekt auf das BIP wird sich wahrscheinlich im üblichen Rahmen bewegen», erklärte KOF-Ökonom Alexander Rathke der Nachrichtenagentur AWP.
Eine Milliarde Franken mehr Einnahmen
Zwar dürften die Einnahmen aus Übertragungsrechten bei der WM in Nordamerika gegenüber der letzten WM in Katar um rund 1 Milliarde Franken höher ausfallen. Gleichzeitig habe die neu eingeführte Klub-WM aber bereits 2025 zusätzliche Einnahmen von ebenfalls einer Milliarde Franken generiert und damit einen Teil des Effekts vorweggenommen, weshalb das BIP-Wachstum nicht so stark ausfällt.
Ähnlich argumentiert das Basler Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics: Würde man nur die Ausweitung der WM betrachten, wäre zwar ein deutlich grösserer Impuls zu erwarten, erklärte BAK-Ökonom Alexis Körber. Allerdings hätten Fifa und der europäische Fussballverband Uefa ihre Aktivitäten in den vergangenen Jahren generell stark ausgebaut – neben der Klub-Weltmeisterschaften auch mit zusätzlichen Frauen-Turnieren. Dadurch steche die Männer-WM weniger stark hervor als früher.
Für den Fifa-Effekt im BIP sorgen die Verbuchungen der Einnahmen des Weltfussballverbands. Wenn die Fifa Übertragungsrechte, Sponsoringpakete, Hospitality-Angebote oder Markenrechte verkauft, gilt dies in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Produktion einer in der Schweiz ansässigen Organisation.