«Würde es nicht mögen, wenn man zu jeder Zeit bei mir klopft»
Prominente Dopingfälle haben in jüngster Zeit die Tenniswelt erschüttert. Der Kommunikationschef der Integritätsagentur gibt überraschende Einblicke und erklärt die Arbeitsweise der Dopingfahnder.
Vier Jahre Sperre für Marketa Vondrousova, die Wimbledonsiegerin von 2023, weil sie einen Dopingtest bei sich zuhause verweigerte. Drei Monate Sperre für die Weltnummer 1 Jannik Sinner nach zwei positiven Tests auf das Steroid Clostebol 2024. Nicht immer stossen die Entscheide der International Tennis Integrity Agency (ITIA), die Doping und Korruption (vor allem Wettbetrug) im Tennis bekämpft, auf Verständnis bei Spielern und in der Öffentlichkeit. Einer, dessen Aufgabe es ist, die Arbeit der ITIA zu erklären, ist deren Kommunikationschef Adrian Bassett.
Viele Spielerinnen und Spieler betonen, wie streng die Regeln sind, die sie einhalten müssen. Für jeden Tag im Jahr müssen sie eine Stunde angeben, während der sie an einem bestimmten Ort anzutreffen sind. Tests sind aber auch ausserhalb dieser designierten Zeitfenster möglich. Solche wurden zum Beispiel Vondrousova oder dem deutschen Sprinter Owen Ansah zum Verhängnis.
Die Tschechin erklärte, sie habe sich unsicher gefühlt, als die Kontrolleurin abends um acht Uhr bei ihr geklingelt habe. Ansah verneint, die Kontrolle verweigert zu haben, er sei aber schon sehr spät dran gewesen, um einen Flug zu erwischen. Beide wehren sich gegen die ausgesprochene respektive beantragte Vier-Jahres-Sperre.
Bassett hat durchaus Verständnis für die Spieler. «Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich würde es definitiv nicht mögen, wenn man zu jeder Tageszeit an meine Tür klopft.» Der Engländer betont aber eines der wichtigsten Prinzipien. «Die Regeln sind klar. Kein Spieler soll einen Test verweigern können und damit besser fahren als jemand, der positiv getestet wird.»