Wer mit Holz baut, spart Energie und im Energiesparen liegt die Zukunft
von Martha Walker, Mitinhaberin der casanatura GmbH in Landquart und Vizepräsidentin von Holzbau Schweiz
Natürlich nachwachsend, einfach zu gewinnen und zu bearbeiten, leicht und elastisch, aber doch widerstandsfähig, wärmedämmend und formstabil – mit diesen Eigenschaften begleitet uns Holz in praktisch allen Lebensbereichen. Leicht zu bauen bedeutet zugleich, energieschonend zu bauen: Bauwerke mit hoher Lebensdauer tragen wesentlich zum Energiesparen bei – dazu müssen sie jedoch auch einfach gewartet werden können und eine Nutzungsflexibilität aufweisen, die nachträgliche Änderungen erlaubt.
Eine positive Energiebilanz
Für die Entscheidung ein Gebäude in Holz zu bauen, stehen vier Argumente weit vorne: hoher Komfort, tiefer Energieverbrauch, gute Noten in Ökologie und langfristige Wertsicherung. Als Baustoff bietet Holz heute nahezu unbegrenzte konstruktive Möglichkeiten und steht dabei hinsichtlich Lebensdauer, Tragfestigkeit und Beständigkeit gegen Witterung oder Feuer anderen Materialien in nichts nach. Holz ist von Natur aus ein schlechter Wärmeleiter, eine Eigenschaft, die insbesondere bei der Niedrigenergie-Bauweise zum Vorteil wird. Das heisst, im Vergleich zu anderen Baumaterialien kommt man bei Holz mit deutlich geringeren Wandstärken aus, um die erforderliche Dämmwirkung zu erzielen. Die Bauherrschaft profitiert demnach nicht nur in punkto Zeit- und Kostenersparnis, sondern gewinnt durch die schlanke Holzkonstruktion auch an Wohnfläche.
Keine Abfälle bleiben unbenutzt
Bereits die Herstellung des Baustoffs verbraucht einen grossen Anteil des Gesamtenergiebedarfs eines Gebäudes. Aufgrund der besonderen Materialeigenschaften von Holz erfordert auch seine Verarbeitung einen weitaus geringeren Energieverbrauch als die Bearbeitung anderer Rohstoffe. Überdies entstehen sowohl bei der Holznutzung als auch bei der Holzverarbeitung nahezu keine Abfälle, da selbst Altholz und kleinteiliges Restholz in der thermischen Verwertung zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzbar sind. Verlängerung der Wertschöpfungskette und Kreislaufwirtschaft sind hier die Stichworte. In diesem Kontext gewinnt heute der regenerative Rohstoff Holz erneut an Bedeutung.