Sanieren trotz steigender Hypothekarzinsen?
Roger Lüdi, Leiter Steuern und Nachfolge bei der Graubündner Kantonalbank
Beim Eigenheim kann das persönliche Empfinden Auslöser für eine Investition sein. Vielleicht stimmt die Wohnqualität nicht mehr oder die Liegenschaft soll aufgewertet werden. Es können aber auch umwelttechnische Überlegungen Grund für eine Renovation sein, denn Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung.
Zusätzliche Aspekte, die in die Entscheidungsfindung einfliessen sollten, sind die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten und allfällige Förderbeiträge für nachhaltige Investitionen. Diese Entscheidungen bedingen eine fachkundige Beratung seitens Bausachverständiger sowie Steuer- und Finanzspezialisten.
Steuern sparen durch Sanierung
In Graubünden dürfen sämtliche energiesparende und dem Umweltschutz dienende Massnahmen, analog der Unterhaltskosten, von den Einkommenssteuern abgezogen werden. So können diese Ausgaben mindestens teilweise über Steuereinsparungen finanziert werden.
Ein weiterer attraktiver Steuervorteil bei hohen Liegenschaftsaufwänden bildet eine Art «Verlustvortrag». Die hohen Kosten können so mit den Einkommen von maximal drei Steuerjahren verrechnet werden. Dabei wird ein negatives Steuereinkommen, welches aus Investitionen in das Energiesparen und in den Umweltschutz resultiert, maximal auf die nächsten zwei Steuerjahre übertragen.
Investieren trotz steigender Hypozinsen
Die Hypothekarzinsen sind in kurzer Zeit rasant angestiegen. Auch in der Schweiz ist bei Eigenheimbesitzern eine gewisse Unsicherheit bezüglich der höheren Hypothekarzinsen spürbar. Mit einem Zinssatz von aktuell um die 3 Prozent bei einer 10-jährigen Hypothek liegt der Zins aber immer noch unter dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Eine teilweise Entlastung für die steigenden Zinsen erfahren Immobilienbesitzer bei den Einkommenssteuern: die bezahlten Schuldzinsen können vom Einkommen abgezogen werden, was die Steuerlast reduziert.