Heizen oder kühlen – Was sind die Herausforderungen?
von Michael Casutt, ist Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden
Wird ein Gebäude geplant, so sind die gültigen gesetzlichen wie auch normativen Grundlagen anzuwenden und einzuhalten. Neben der Einhaltung von statischen, architektonischen und brandtechnischen Anforderungen sind auch die energetischen Normen für den Wärmebedarf und den sommerlichen Wärmeschutz des Gebäudes massgebend. Als Basis für die Berechnungen dienen die gemessenen Klimadaten.
Aufgrund der Tatsache, dass sich das Klima verändert, werden die heutigen Normen für den Bau von künftigen Gebäuden weiterentwickelt und entsprechend aktualisiert. Unterschiedliche Klimaszenarien dienen als Grundlage für ein möglichst reales Bild des künftigen Klimas. Es ist davon auszugehen, dass künftig die Stunden mit einer Überhitzung der Gebäude im Sommerhalbjahr steigt. Im Gegensatz zum Schweizer Mittelland, wird an alpinen Standorten der geforderte Komfort auch ohne aktive Kühlung eingehalten werden können.
Wärmeschutz und Nachtauskühlung
Die Komfortanforderungen im Wohnbereich können mit wenigen effektiven Massnahmen verbessert werden. Ein optimaler Sonnenschutz verhindert, dass die Energie der Sonne, insbesondere über die Fenster, in das Gebäude eintritt und die Masse der Wände und Böden unnötig aufwärmt. Ebenfalls sind die Fenster hinter dem Sonnenschutz tagsüber zu schliessen, damit die warme Luft nicht ins Gebäude eintritt. Eine weitere effiziente Massnahme ist die sogenannte Nachtauskühlung der Liegenschaft: Vor der Nachtruhe sind die Fenster hinter dem Sonnenschutz zu öffnen. Die so gewährleistete Querlüftung der Wohnung, während den kühleren Nachtstunden, reduziert die Temperatur der Gebäudemasse. So kann die Raumtemperatur auch im Sommer in einem tolerierbaren Bereich gehalten werden. Die Gewährung der Einbruchsicherheit in Bezug auf offene Fenster oder eintretender Regen in der Nacht bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit.