Wieder Angriff auf Stromnetz in Deutschland
Nach einem weiteren versuchten Sabotageangriff auf die Energieversorgung im Bundesland Nordrhein-Westfalen gehen die deutschen Ermittlungsbehörden Hinweisen aus zwei Bekennerschreiben nach.
Die Polizei fahndet europaweit nach einem Mann aus dem Ort Gevelsberg bei Hagen, der die Briefe verfasst haben soll. Die Briefe waren bei mehreren deutschen Medienhäusern eingegangen. Sie enthalten Medienberichten zufolge Informationen zu Taten, die zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch nicht bekannt waren.
Am Donnerstagabend fanden Einsatzkräfte eine verdächtige Abschussvorrichtung an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen den westdeutschen Grossstädten Düsseldorf und Köln. Ein Spaziergänger hatte die Konstruktion bemerkt und die Polizei alarmiert.
Die gefundenen Konstruktionen ähneln laut Polizei stark den Abschussvorrichtungen, mit denen Unbekannte zuvor im Ort Bergheim Kabel über die Oberleitungen geschossen und so mehrere Kraftwerksblöcke lahmgelegt hatten. Auch in Jänschwalde im ostdeutschen Bundesland Brandenburg hatte es schon einen erfolgreichen Angriff auf das Stromnetz gegeben.
Abschussvorrichtung mit Zeitschaltuhren
In Dormagen waren nach Informationen der «Bild» Zeitschaltuhren und Kupferdrähte an den Abschussvorrichtungen befestigt. Schäden an der Infrastruktur hat es an dem Umspannwerk dort laut Polizei aber nicht gegeben.
In Jänschwalde und in Bergheim war es zu Kurzschlüssen im Stromnetz gekommen, weil mit vergleichbaren Abschussvorrichtungen ein Draht über die Stromleitungen geschossen worden war.